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Endometriose

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endometriose

Endometriose - Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter

Endometriose stellt eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei Frauen dar. Schätzungen zufolge betrifft die Erkrankung etwa 1 - 3 % aller Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter in Deutschland. Die Ursache für die chronische Erkrankung ist die Ansiedlung von Gewebe (auch Endometrioseherde genannt), das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt außerhalb der Gebärmutter. Endometriose geht dabei häufig mit starken Schmerzen sowie einer verminderten Fruchtbarkeit einher und spielt daher eine wichtige Bedeutung bei unerfülltem Kinderwunsch.

Endometriose

Endometriose ist eine Erkrankung, bei der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutter wächst und zu entzündlichen Gewebeveränderungen führen kann. Bei Endometriose sind häufig die Eierstöcke und die tiefsten Punkte im kleinen Becken (Blasendach und sog. Douglasraum mit Haltebändern der Gebärmutter) betroffen. Eine Sonderform ist die Adenomyosis uteri mit Ausbreitung von Endometrioseherden in der Gebärmuttermuskulatur.

Da die Endometrioseherde von den weiblichen Hormonen des Menstruationszyklus beeinflusst werden, kann es zu regelmäßigen zyklischen Beschwerden kommen. Dabei ist unklar, welche Faktoren für das Entstehen und das chronische Fortschreiten der Endometriose genau verantwortlich sind. Auch die genauen Mechanismen, durch die die Fruchtbarkeit auch bei wenig ausgeprägtem Befall beeinträchtigt ist, sind nicht vollständig geklärt.

Symptome von Endometriose

Je nach Lokalisation der Endometrioseherde können die Symptome sehr unterschiedlich ausfallen. Bei den meisten Frauen handelt es sich um ausgeprägte, im Laufe des Lebens an Intensität zunehmende, Regel- sowie Unterleibsschmerzen. Die Schmerzen können bereits Tage vor der Blutung beginnen. Neben Bauchschmerzen kommen auch Rückenschmerzen vor, zum Teil mit Ausstrahlung in die Beine. Weitere Symptome können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Schmerzen beim Eisprung sowie Schmerzen oder Blutungen beim Stuhlgang oder Wasserlassen darstellen. Liegt eine Adenomyosis vor, kommt es oftmals zusätzlich zu starken und auch unregelmäßigen Regelblutungen.

Durch Verwachsungen mit Behinderung des Eileiter-Eierstock-Kontaktes und durch Eileiterverschlüsse mit Befall durch Endometrioseherde kommt es in den weiter fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung zudem häufig zu einem unerfüllten Kinderwunsch. Aber auch bei minimaler und milder Ausprägung in den Stadien I und II ist eine Einschränkung der Fruchtbarkeit nachweisbar. Unter anderem werden ungünstige Effekte auf die Spermienbeweglichkeit und toxische Effekte auf die Embryonalentwicklung vermutet.

Diagnose von Endometriose

Die gynäkologischen Untersuchungsbefunde bei Endometriose sind häufig nicht eindeutig. Am ehesten können bei einer gynäkologischen Tastuntersuchung schmerzhafte Knötchen in der bindegewebigen Schicht zwischen Scheide und Dickdarm gefunden werden, gelegentlich lassen sich Eierstocktumore ertasten. Die Gebärmutter kann zudem durch Verwachsungen unbeweglich in einer untypischen Position fixiert sein.

Im Ultraschall sind Verwachsungen und Endometrioseherde fast nie darstellbar, außer der typische Befall der Eierstöcke mit der Ausbildung blutgefüllter Zysten (Endometriome). Auch Laborwerte wie der Tumormarker CA 125 erreichen nicht die notwendige Sensitivität und Spezifität. Die definitive Diagnose der Endometriose wird in der Regel operativ im Rahmen einer Bauchspiegelung mit feingeweblicher Untersuchung von Gewebeproben gestellt.

Therapiemöglichkeiten bei Endometriose und Kinderwunsch

Ausschlaggebend für die Therapieform von Endometriose sind zum einen das Beschwerdebild der Patientin sowie der potenzielle unerfüllte Kinderwunsch. Wichtige Faktoren sind zudem das Alter der Patientin und die Eierstockreserve, aber auch die Dauer des unerfüllten Kinderwunsches und die Spermienqualität des Partners spielen eine Rolle.

Im Rahmen von Kinderwunschbehandlungen ließ sich nach laparoskopischer Entfernung einer minimalen bis milden Endometriose eine Verbesserung der Fruchtbarkeit feststellen. In der 9-monatigen Nachbeobachtungszeit wurden nach Endometriosebeseitigung 30,7 % der Frauen schwanger. In der Kontrollgruppe waren es hingegen lediglich 17,7 % (Marcoux et al., 1997).

Bei der tief infiltrierenden schweren Endometriose wurde durch die chirurgische Entfernung die Erfolgsaussicht der nachfolgenden künstlichen Befruchtung deutlich verbessert (Bianchi et al. 2009). Wiederholte Eingriffe können jedoch auch die Eileiter- und Eierstockstrukturen schädigen und verschlechtern somit die langfristigen Schwangerschaftsaussichten. Durch wiederholte Entfernung von Endometriosezysten kann die ohnehin bei Endometriose oft eingeschränkte Eierstockreserve weiter abnehmen. Bei bereits länger bestehendem Kinderwunsch und Alter der Frau ab 35 Jahren ist in der Regel die Anwendung der künstlichen Befruchtung die erfolgversprechendste Maßnahme.

Um mit Endometriose und den möglichen Folgen umgehen zu können, ist eine vertrauensvolle Unterstützung wichtig. Mit unserer langjährigen Erfahrung unterstützen wir Sie im Kinderwunsch Centrum München auf Ihrem Weg mit dem Umgang der chronischen Erkrankung sowie Ihrem unerfüllten Kinderwunsch. Mit einem individuellen Behandlungsplan und umfassenden Behandlungsmethoden sind Ihre Wünsche und Vorstellungen unsere oberste Priorität.

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