Ursachen

Unregelmäßiger Zyklus

Kinderwunsch München
Ursache unregelmäßiger Zyklus

Unregelmäßiger Zyklus und Eizellreifungsstörung

Bei den Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch spielen Zyklusstörungen eine führende Rolle. Ein unregelmäßiger Zyklus oder ein vollständiges Ausbleiben der Menstruationsblutung sind deutliche Hinweise für eine Störung der Eibläschenreifung im Eierstock oder des Eisprungs. Je nach Schweregrad der Hormonveränderungen kann eine Zyklusstörung auch mit einer Beeinträchtigung der Gelbkörperbildung einhergehen. Dabei können die unterschiedlichsten Hormonsysteme im Ungleichgewicht sein. Finden sich keine weiteren fruchtbarkeitsmindernden Faktoren, ist oft eine einfache Therapie zur Zyklusoptimierung möglich, um den Kinderwunsch zu erfüllen. Unabhängig vom Zyklus können dagegen auch genetische Faktoren die Eizellqualität beeinflussen. Liegt ein unregelmäßiger Zyklus oder ein vollständiges Ausbleiben der Periode vor, ist es in jedem Fall ratsam, die Gründe hierfür medizinisch abklären zu lassen.

Unregelmäßiger Zyklus: Anzeichen

Ein unregelmäßiger Zyklus kann in Form von verschiedenen Symptomen auftreten. Meist zeigt sich eine Störung durch einen verkürzten oder verlängerten Zyklus. Ist der Zyklus stark verkürzt, tritt der Eisprung meist zwischen dem achten und zehnten Zyklustag auf. Ist der Zyklus verlängert, verschiebt sich meist auch der Eisprung auf einen späteren Zeitpunkt im Zyklus.

Es kann allerdings nicht nur die Dauer des Zykluses gestört sein. Auch kann der Eisprung bis zur nächsten Menstruationsblutung vollständig ausbleiben. Während in der ersten Zyklushälfte die Basaltemperatur eher niedrig ist, fällt die Temperatur kurz vor dem Eisprung häufig ab. In der zweiten Zyklushälfte lässt sich eine steigende Basaltemperatur und ein Temperaturanstieg um mindestens 0,2 °C messen. Grund dafür ist das Hormon Progesteron. Dieses wird nach dem Eisprung im Gelbkörper gebildet und wirkt sich auf das Wärmeregulationszentrums des Körpers aus. Lässt sich daher in den sogenannten monophasischen Zyklen keine Temperaturhochlage beobachten, oder sinkt die Temperatur bereits nach weniger als zehn Tagen wieder, ist die Gelbphase verkürzt.

Sollten also deutlich verkürzte oder verlängerte Zyklen auftreten oder sich eine veränderte Temperaturentwicklung messen lassen, können hier Anzeichen für Eibläschenreifungsstörungen oder einen fehlenden Eisprung vorliegen.

 

Im Regelfall wird von einer Zykluslänge von 28 Tagen ausgegangen. Tatsächlich hat kaum eine Frau monatlich exakt dieselbe Zykluslänge. Meist dauert dieser zwischen 26 und 32 Tage, kann sich allerding hormonell bedingt von Monat zu Monat ändern. Die Periode dauert dabei meist etwa zwei bis sieben Tage an. Jedoch gibt es auch bei der Länge der Periode starke Schwankungen nach unten oder nach oben. Weicht die Zykluslänge stark vom Regelfall ab oder die Periode bleibt in mehreren Zyklen vollständig aus, spricht man von Zyklusstörungen: 

  • Der Zyklus ist auf 35 bis 90 Tage verlängert
  • Der Zyklus ist auf weniger als 25 Tage verkürzt
  • Die Blutung fällt sehr schwach aus
  • Die Blutung fällt besonders stark aus (Hypomenorrhoe)
  • Die Regelblutung hält weit über eine Woche an
  • verstärkt auftretende Zwischen- oder Zusatzblutungen
  • die Regelblutung bleibt vollständig aus, ohne dass eine Schwangerschaft vorliegt 

 

Zyklusstörungen: Mögliche Ursachen

  • bei einer Störung im Zwischenhirn wird das Hormon GnRH nicht gebildet oder freigesetzt (z.B. Kallmann-Syndrom)
  • der Rhythmus der pulsatilen Freisetzung von GnRH ist verändert: Ursachen können Ess-Störungen mit Gewichtsverlust oder exzessive körperliche Belastungen sein
  • Zerstörung der Hirnanhangsdrüse durch Tumore oder Trauma (Kraniopharyngeom, Sheehan-Syndrom)
  • Hyperprolaktinämie: Erhöhung des milchbildenden Hormons Prolaktin aus der Hirnanhangsdrüse
    Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse
  • Störungen der Nebennierenrinde
  • PCO-Syndrom: eine Veränderung der Eierstöcke mit Erhöhung der männlichen Hormone
  • vorzeitige Erschöpfung oder Zerstörung der Follikelreserve der Eierstöcke (sog. prämatures Ovarialversagen, Chemotherapie, Bestrahlung)

Genetische Faktoren für einen unregelmäßigen Zyklus und geringere Eizellenqualität

Trotz eines normalen Eisprungs können aber auch genetische Faktoren die Fruchtbarkeit herabsetzen. Chromosomenfehlverteilungen (Aneuploidien) der Eizelle treten dabei in höherem Lebensalter der Frau durch alterungsbedingte Veränderungen häufiger auf.

Angeborene strukturelle Chromosomenanomalien wie Translokationen sind dagegen oft Zufallsbefunde bei der Diagnostik und führen unabhängig vom Lebensalter zu Aneuploidien mit Unfruchtbarkeit oder gehäuften Spontanaborten. Hier kann die Durchführung einer PID helfen.

Wie wirkt sich ein unregelmäßiger Zyklus auf den Kinderwunsch aus?

Kurz vor dem auftretenden Eisprung ist die Fruchtbarkeit am höchsten. Ist der Zyklus unregelmäßig, kann dieser Zeitpunkt meist nur schwer oder gar nicht festgestellt werden. Häufig kann die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft bereits durch ein Beobachten und Berechnen des Zykluses und der Zeit zwischen den Menstruationsblutungen erhöht werden. Auch können Ovulationstests bei der Bestimmung des fruchtbaren Zeitpunkts helfen.

Lassen sich allerdings sehr starke Zyklusschwankungen beobachten oder die Menstruationsblutung bleibt mehrfach vollständig aus, ist eine medizinische Abklärung der Ursache empfehlenswert.

 

Therapie eines unregelmäßigen Zyklus

Um den Kinderwunsch mit der passenden Behandlung zu unterstützen, ist es besonders wichtig, die Ursache für die Zyklusunregelmäßigkeiten abzuklären. Dabei wird in erster Linie festgestellt, ob der Eisprung verzögert, unregelmäßig oder gar nicht eintritt. Um die Harmonisierung des Zyklus zu beeinflussen, sind folgende Umstellungen des Lebensstils ratsam: 

- Stressreduktion
- genügend Schlaf
- ausgewogene Ernährung
- ausreichend Bewegung
- Verzicht auf Alkohol und Genussmittel

Wird jedoch ein medizinisches Problem, eine Unterleibs- oder Stoffwechselerkrankung als mögliche Ursache diagnostiziert, kann eine Hormontherapie oder eine Therapie mit Medikamenten notwendig sein.

Unabhängig davon, ob bei Ihnen eine Zyklusstörung vorliegt oder andere Ursachen wie beispielsweise eine Funktionsstörung im Eileiter, im Kinderwunsch Centrum München klären wir die Ursache für Ihren unerfüllten Kinderwunsch umfänglich ab. Mit Kompetenz, Wissen und langjähriger Erfahrung begleitet Sie unser Klinikteam mit einem breiten Spektrum an Leistungen sowie Behandlungsmethoden auf Ihrem Weg zum Start einer eigenen Familie.

Kinderwunsch Behandlungen

Dies könnte Sie auch interessieren:

Operative Maßnahmen

Einige Ursachen, die einem unerfüllten Kinderwunsch zugrunde liegen, können nur durch eine operative Behandlung korrigiert werden. Durch die enge Zusammenarbeit mit unseren operativ tätigen Kooperationspartnern können viele reproduktionsgynäkologische Eingriffe für unsere PatientInnen kurzfristig geplant und durchgeführt werden.

Insemination

Bei einer Insemination werden zum Zeitpunkt des Eisprungs Spermien direkt in die Gebärmutterhöhle übertragen. Dadurch werden Spermienverluste auf dem Weg durch die Fortpflanzungsorgane der Frau verhindert und das Zusammentreffen von Spermien und Eizelle zeitlich optimiert.

IVF/ICSI

Eine künstliche Befruchtung mit Vereinigung von Eizellen und Spermien außerhalb des weiblichen Körpers kommt zum Einsatz, wenn einfachere Therapieansätze wenig Aussicht auf Erfolg bieten. Moderne Therapieprotokolle erlauben eine individualisierte Behandlung.