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Autor: KCM

TSH Normwerte

TSH-Normwerte: Was ist normal – und was optimal bei Kinderwunsch?

Der TSH-Wert gehört zu den wichtigsten Laborparametern bei unerfülltem Kinderwunsch. Als Messpunkt des zentralen Steuerhormons der Schilddrüse beeinflusst er zahlreiche körperliche Prozesse, darunter den Menstruationszyklus, den Eisprung und die Einnistung. Immer wieder stellt sich dabei die Frage, welcher TSH-Wert eigentlich als „normal“ gilt – und ob dieser Normwert bei Kinderwunsch tatsächlich auch der optimale Bereich ist.

Eine grundlegende Einordnung, warum der TSH-Wert beim Kinderwunsch eine zentrale Rolle spielt, findet sich im Überblick TSH-Wert bei Kinderwunsch – Bedeutung, Normwerte & Einfluss auf die Fruchtbarkeit.

Was bedeutet der TSH-Normwert?

Der TSH-Wert (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) wird in der Hirnanhangsdrüse gebildet. Von dort aus steuert er die Schilddrüse und regt sie zur Bildung der Hormone T3 und T4 an. Diese Hormone beeinflussen den Stoffwechsel, den Energiehaushalt und zahlreiche hormonelle Regelkreise im Körper.

Je nach Höhe des TSH-Werts kann sich daraus ein erster Hinweis auf die Schilddrüsenfunktion ergeben:

  • erhöhter TSH-Wert: möglicher Hinweis auf eine Schilddrüsenunterfunktion
  • erniedrigter TSH-Wert: möglicher Hinweis auf eine Schilddrüsenüberfunktion

In vielen Laboren gilt ein Referenzbereich von etwa 0,4 bis 4,0 mU/l als normal. Dieser Bereich beschreibt jedoch lediglich statistische Durchschnittswerte der Allgemeinbevölkerung – nicht automatisch den optimalen Bereich für den Eintritt einer Schwangerschaft, wie auch im Beitrag TSH-Wert bei Kinderwunsch – Mythen, Grenzwerte & Unsicherheiten erläutert wird.

Was bedeutet „mU/l“ medizinisch korrekt?

Die Einheit mU/l bedeutet „milli-internationale Einheiten pro Liter Blut“. Sie gibt an, in welcher Konzentration das Hormon TSH im Blut vorhanden ist. Dabei geht es nicht um ein Flüssigkeitsvolumen und auch nicht direkt um eine „Wirkstärke“, sondern um die gemessene Hormonmenge im Blut.

Vereinfacht beschreibt der TSH-Wert das Signalsystem zwischen Gehirn und Schilddrüse: Bei niedrigeren Werten ist die hormonelle Aufforderung an die Schilddrüse geringer, bei höheren stärker. Zur groben Orientierung:

  • ca. 1,0 mU/l: niedrige bis moderate Stimulation
  • ca. 2,5 mU/l: häufig angestrebter Zielbereich bei Kinderwunsch
  • ca. 4,0 mU/l: bereits deutlich erhöhte Stimulation, möglicher Hinweis auf Unterfunktion

Warum sich TSH-Normwerte je Labor unterscheiden können

TSH-Normbereiche sind nicht weltweit einheitlich festgelegt. Sie hängen unter anderem von den verwendeten Messmethoden, den jeweiligen Referenzgruppen und den laborspezifischen Auswertungsstandards ab. Während ein Labor den oberen Grenzwert bei 4,0 mU/l ansetzt, definieren andere bereits 2,5 oder 3,0 mU/l als Obergrenze.

Gerade bei Kinderwunsch führt das häufig zu Verunsicherung. Deshalb sollte der TSH-Wert niemals isoliert betrachtet, sondern immer im Zusammenhang mit weiteren Hormonwerten, bestehenden Beschwerden und der individuellen Situation beurteilt werden.
Wenn zusätzlich Antikörper nachweisbar sind, kann auch eine Autoimmunerkrankung eine Rolle spielen.

Warum der Normwert nicht automatisch optimal für den Kinderwunsch ist

Viele Fachgesellschaften und Kinderwunschzentren empfehlen bei bestehendem Kinderwunsch einen engeren Zielbereich als den allgemeinen Labor-Normwert. Häufig wird ein Bereich von etwa 1,0 bis 2,5 mU/l angestrebt.

Bereits leicht erhöhte TSH-Werte im oberen Referenzbereich können in Einzelfällen Einfluss haben auf:

  • die Reifung der Eizelle
  • die Stabilität des Zyklus
  • den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut
  • die Einnistung des Embryos

Insbesondere bei unregelmäßigem Zyklus, wiederholten Fehlgeburten oder ausbleibendem Schwangerschaftseintritt wird daher oft eine strengere TSH-Einstellung in Betracht gezogen.

Empfohlener TSH-Zielbereich bei Kinderwunsch

Als grobe medizinische Orientierung gilt bei vielen Fachstellen ein TSH-Wert von etwa 1,0 bis 2,5 mU/l vor Eintritt der Schwangerschaft. In der Frühschwangerschaft wird häufig ein Wert unter 2,5 mU/l empfohlen. Abweichungen bedeuten jedoch nicht automatisch eine eingeschränkte Fruchtbarkeit. Entscheidend ist stets das individuelle Gesamtbild.

Zusammenhang zwischen TSH-Wert und Eisprung

Ein ungünstig eingestellter TSH-Wert kann den weiblichen Zyklus beeinflussen. Unter anderem kann es zu einem verzögerten oder ausbleibenden Eisprung, zu einer verkürzten Gelbkörperphase oder zu hormonellen Verschiebungen zwischen Östrogen und Progesteron kommen. Dadurch kann sich die Wahrscheinlichkeit einer natürlichen Schwangerschaft verringern – selbst dann, wenn der Zyklus nach außen hin regelmäßig erscheint.

Wann eine weiterführende Schilddrüsendiagnostik sinnvoll ist

Eine vertiefte Abklärung der Schilddrüse ist insbesondere sinnvoll bei:

  • länger unerfülltem Kinderwunsch
  • wiederholten Fehlgeburten
  • familiären Schilddrüsenerkrankungen
  • Zyklusstörungen
  • grenzwertigen TSH-Befunden

Dabei reicht der TSH-Wert allein nicht aus – wie die freien Hormone zusammenspielen, wird im Beitrag TSH, fT3 & fT4 – warum ein einzelner Wert nicht ausreicht erklärt. Häufig werden zusätzlich die freien Schilddrüsenhormone fT3 und fT4 sowie Schilddrüsen-Antikörper bestimmt.

Fazit: TSH-Normwert ist nicht gleich optimaler Wert

Der TSH-Normwert beschreibt statistische Durchschnittswerte – nicht den individuell optimalen Zielbereich bei Kinderwunsch. Schon leichte Abweichungen innerhalb des Referenzbereichs können in bestimmten Fällen Einfluss auf Zyklus und Fruchtbarkeit haben. Deshalb wird bei Kinderwunsch häufig ein engerer Zielbereich angestrebt.

Eine fundierte ärztliche Bewertung basiert dabei stets auf mehreren Messwerten und der persönlichen Gesamtsituation.

Kinderwunschgeschichte Alva K.

Kinderwunschgeschichte Alva K.

„Man denkt, man hat noch ewig Zeit – bis einem klar wird, dass das vielleicht nicht stimmt.“

Der Wunsch nach einem Kind entsteht oft nicht von heute auf morgen. Er wächst langsam, reift mit dem Leben und ist für viele Frauen nicht an einen bestimmten Zeitpunkt oder eine feste Partnerschaft gebunden. Doch was, wenn die biologische Uhr tickt, während das Leben noch andere Pläne hat? Social Freezing kann in solchen Momenten eine Möglichkeit sein, sich Zeit zu verschaffen – ohne sich unter Druck setzen zu müssen. So war es auch bei Alva K., die sich früh für diesen Weg entschieden hat – und Jahre später froh war, auf diese Option zurückgreifen zu können.

Alva K.: Ich war Anfang 30, als viele in meinem Umfeld anfingen, Familien zu gründen. Ich hingegen war beruflich viel unterwegs, habe Projekte geleitet, Teams aufgebaut. Den Menschen fürs Leben hatte ich noch nicht gefunden. Aber mir war dennoch schon immer klar: Eines Tages möchte ich Kinder.

Mit 35 habe ich mich intensiv mit dem Thema Social Freezing auseinandergesetzt. Nicht aus Angst, sondern aus Weitsicht. Ich wusste: Wenn ich mir diese Option offenhalten will, muss ich jetzt handeln. Nach zwei Beratungsgesprächen habe ich mich dann dazu entschieden, meine Eizellen einfrieren zu lassen.

Die Eizellentnahme verlief gut, es konnten mehrere Eizellen kryokonserviert werden. Ich erinnere mich noch genau, wie erleichtert ich damals war. Ich hatte keine Garantie, aber ein Gefühl von Kontrolle zurückgewonnen. Ich konnte loslassen und mich weiter auf mein Leben konzentrieren, ohne das Gefühl, gegen eine unsichtbare Uhr anzurennen.

Mit 42 habe ich dann tatsächlich meinen heutigen Partner kennengelernt. Es ging alles ziemlich schnell, aber wir wussten beide, was wir wollten, und dass ein gemeinsames Kind dazugehört. Wir haben es einige Monate auf natürlichem Weg versucht, leider klappte das nicht, wie wir es uns erhofft haben.

Das war schließlich der Moment, an dem ich dachte: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für die Entscheidung damals. Wir entschieden uns, es mit meinen eingefrorenen Eizellen zu versuchen. Frau Dr. Gaßner hat uns durch diesen Prozess begleitet – einfühlsam, klar und immer auf Augenhöhe. Ich kann wirklich sagen: Sie ist die beste Ärztin, die ich je getroffen habe. Sie nimmt sich Zeit, hört zu, erklärt alles mit Geduld und hatte bei mir von Anfang an ein Gespür für die richtige Herangehensweise.

Der erste IVF-Versuch blieb leider erfolglos – das war ein harter Moment. Beim zweiten Versuch hat es dann aber geklappt. Ich war schwanger.

Heute halte ich meine kleine Tochter in den Armen und ich bin jeden Tag dankbar, dass ich damals vorgesorgt habe. Dass ich mir diese Möglichkeit geschaffen habe, ohne mich unter Druck zu setzen.

Für mich war Social Freezing keine Notlösung – sondern eine bewusste Entscheidung für Selbstbestimmung. Ich wünsche mir, dass mehr Frauen wissen: Man muss sich nicht zwischen Karriere, Freiheit und Familie entscheiden.

Wir danken Alva K. für ihre Offenheit.
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Anti-Müller-Hormon (AMH), Eizellreserve und Social Freezing

Anti-Müller-Hormon (AMH), Eizellreserve und Social Freezing – umfassender Überblick

Immer mehr Frauen entscheiden sich dafür, ihren Kinderwunsch später im Leben zu verwirklichen – sei es aus beruflichen Gründen, aufgrund persönlicher Lebensplanung oder fehlender Partnerschaft. Während sich die äußeren Lebensumstände flexibel gestalten lassen, folgt die natürliche Fruchtbarkeit weiterhin biologischen Gesetzmäßigkeiten. Ein wichtiger Marker, um die individuelle Fruchtbarkeitsreserve einzuschätzen, ist das Anti-Müller-Hormon (AMH). Besonders im Zusammenhang mit Kinderwunschbehandlungen und Social Freezing spielt dieser Wert eine bedeutende Rolle.

Was ist das Anti-Müller-Hormon (AMH)?

Das AMH wird in den Eierstöcken von den Granulosazellen kleiner, heranreifender Follikel gebildet. Die Höhe des AMH im Blut gibt einen Hinweis darauf, wie groß die Eizellreserve – die sogenannte ovarielle Reserve – aktuell ist. Ein großer Vorteil des AMH: Der Wert bleibt im Monatszyklus relativ stabil und kann daher fast zu jedem Zeitpunkt bestimmt werden.

Wichtig ist jedoch zu verstehen:
AMH ist kein fertiger „Fruchtbarkeitstest“, sondern nur ein Baustein in der Gesamtbeurteilung. Es sagt nichts darüber aus, ob eine Schwangerschaft sicher eintritt, aber es hilft, die Ausgangssituation besser einzuordnen.

Eizellreserve und biologische Uhr

Eine Frau wird mit einer begrenzten Anzahl an Eizellen geboren. Diese Reserve nimmt im Laufe der Jahre stetig ab – sowohl in ihrer Menge als auch in ihrer Qualität. Ab Mitte 30 beschleunigt sich dieser Prozess bei vielen Frauen deutlich.
Ein niedriger AMH-Wert kann ein Hinweis auf eine eingeschränkte Reserve sein, während ein höherer Wert eher für einen noch gut gefüllten Vorrat spricht. Dennoch gilt: Eine gute Reserve garantiert keine Schwangerschaft, denn auch Faktoren wie Eizellqualität, Spermienqualität, Tubendurchgängigkeit und hormonelle Einflüsse müssen berücksichtigt werden.

Gerade für Frauen, die ihre Familienplanung bewusst später angehen möchten, kann die Bestimmung des AMH ein wertvoller Orientierungswert sein.

Der AMH-Test: Ablauf, Nutzen und Grenzen

Der AMH-Test erfolgt über eine einfache Blutabnahme. Da der Wert über den Zyklus hinweg nur wenig schwankt, ist er zeitlich flexibel durchführbar.
Für eine fundierte Aussage wird das Ergebnis jedoch immer mit weiteren Befunden gemeinsam interpretiert – beispielsweise Ultraschall, Alter, Zyklusverlauf und zusätzliche Hormonwerte.

Für wen ist der AMH-Test sinnvoll?

  • Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch
  • Frauen, die eine IVF- oder ICSI-Behandlung planen
  • Frauen, die ihre Familienplanung bewusst nach hinten verschieben möchten
  • Frauen vor Operationen oder Therapien (z. B. Chemotherapie), die die Eizellreserve beeinträchtigen könnten

Grenzen des AMH-Werts

  • Er misst die Anzahl, aber nicht die Qualität der Eizellen
  • Er sagt nichts über die spontane Schwangerschaftswahrscheinlichkeit aus
  • Er sollte nie isoliert bewertet werden

Bedeutung des AMH für IVF/ICSI

Im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung ermöglicht der AMH-Wert eine bessere Einschätzung, wie intensiv eine hormonelle Stimulation sein sollte und wie viele Eizellen voraussichtlich gewonnen werden können.
Damit trägt AMH zu einer personalisierteren und sichereren Behandlung bei – etwa zur Vermeidung einer Unter- oder Überstimulation.

AMH und Social Freezing: Fruchtbarkeit erhalten

Das vorsorgliche Einfrieren von Eizellen („Social Freezing“) wird immer relevanter – vor allem für Frauen, die noch nicht wissen, wann sie ihren Kinderwunsch realisieren können oder möchten. Der AMH-Wert ist dabei ein wichtiges Werkzeug, um den richtigen Zeitpunkt einzuschätzen.

Warum Social Freezing sinnvoll sein kann

Die biologische Fruchtbarkeit sinkt, auch wenn sich Lebensrealitäten verändern. Durch das Einfrieren von Eizellen in einer Lebensphase mit guter Reserve und hoher Eizellqualität können die Chancen auf eine spätere Schwangerschaft verbessert werden – auch wenn keine Garantie besteht.

Social Freezing in unserem Zentrum

Wir beraten Frauen umfassend zu:

  • individueller Bestimmung der Eizellreserve
  • realistischen Einschätzung von Chancen und Grenzen
  • personalisierten Stimulationsprotokollen
  • Ablauf, Vorbereitung, Entnahme und Lagerung der Eizellen

Wann ist ein AMH-Test im Hinblick auf Social Freezing empfehlenswert?

Besonders relevant ist der AMH-Wert für:

  • Frauen Anfang bis Mitte 30
  • Frauen mit familiärer Belastung (z. B. frühe Wechseljahre)
  • Frauen, die Social Freezing erwägen, aber ihren zeitlichen Rahmen besser einordnen möchten
  • Frauen vor medizinischen Therapien, die die ovarielle Reserve schädigen könnten

AMH als Kompass für moderne Familienplanung

Der AMH-Wert ist ein zentraler Marker zur Einschätzung der Eizellreserve und hilft, sowohl Kinderwunschbehandlungen als auch Social Freezing sinnvoll und individuell zu planen. Entscheidend ist jedoch die Gesamtbewertung aller Befunde im Kinderwunschzentrum.

Unser Ziel ist es, Frauen eine realistische und fundierte Grundlage für ihre Entscheidungen zu bieten – sei es für eine baldige Schwangerschaft oder für die Möglichkeit, ihre Fruchtbarkeit vorsorglich zu erhalten.

Was sagt mein AMH-Wert aus?

Er gibt Hinweise auf die Eizellmenge, nicht auf die Qualität oder ob eine Schwangerschaft eintritt.

Kann ich meinen AMH-Wert verbessern?

Nein. Lebensstil beeinflusst den Wert kaum. Wichtig ist frühzeitige Information und Planung.

Muss der AMH-Test an einem bestimmten Zyklustag erfolgen?

In der Regel nein, der Wert ist zyklusunabhängig.

Bedeutet ein niedriger AMH-Wert schlechte Chancen?

Nicht zwingend. Er zeigt nur die Reserve an. Viele Frauen werden trotz niedriger Werte schwanger – teils mit angepassten Strategien.

Welche Rolle spielt AMH bei IVF/ICSI?

Er hilft, die Stimulationsdosis zu planen und die zu erwartende Eizellzahl einzuschätzen.

Wie unterstützt AMH die Entscheidung für Social Freezing?

Er zeigt, wie viel Zeit realistisch bleibt und ob mehrere Stimulationszyklen nötig sein könnten.

Ab welchem Alter lohnt sich ein AMH-Test für Social Freezing?

Oft bereits Anfang bis Mitte 30, insbesondere bei unsicherer oder späterer Familienplanung.

Zwei Frauenhände die die Füße eines Säuglings halten

Kinderwunsch-Geschichte Elena R.

„Wenn Timing alles ist – und trotzdem nichts planbar bleibt.“

Beruflich erfolgreich, ständig unterwegs, immer auf Empfang – Elena und ihr Mann lebten genau dieses Leben. Der Wunsch nach einem Kind war da, aber ihr stressiger Alltag ließ kaum Raum dafür. Und als sie endlich bereit waren, mussten sie feststellen: Planung ersetzt keine Geduld. Ihre Geschichte zeigt, wie Vertrauen, medizinisches Feingefühl und ein wenig Entschleunigung den Weg zum Wunschkind möglich machten.

Elena R.: Ich bin Projektleiterin, mein Mann Unternehmensberater. Wir waren beide viel unterwegs, immer im Planungsmodus, aber oft aneinander vorbei. Ein Kind wollten wir immer, aber „jetzt gerade“ war nie der richtige Zeitpunkt. Erst das neue Projekt, dann der Hauskauf, dann noch die eine Beförderung.

Mit Mitte 30 sagten wir: Jetzt versuchen wir es. Anfangs gelassen, dann mit wachsender Ungeduld. Monat für Monat verging, ohne Ergebnis. Ich hatte regelmäßige Zyklen, fühlte mich gesund. Trotzdem blieb die Schwangerschaft aus.

Nach knapp einem Jahr suchten wir Unterstützung im Kinderwunsch Centrum München und wurden in die Hände von Frau Dr. Jonas gegeben. Ich wusste sofort: Hier sind wir richtig. Sie war klar, freundlich, präsent und nahm sich Zeit, trotz oft vollem Wartezimmer.

Die Untersuchungen waren unauffällig: keine auffälligen Werte, keine anatomischen Probleme. Und trotzdem: nichts passierte. Frau Dr. Jonas sprach dann etwas an, das bis dahin niemand erwähnt hatte: Stress. Und was er im Körper bewirken kann. Ich schlief schlecht, aß oft nebenbei, arbeitete auch am Wochenende. Sie schlug vor, meinen Zyklus genauer zu beobachten. Im Zyklusmonitoring zeigte sich dann: Es kam gar nicht in jedem Monat zu einem Eisprung. Eine stressbedingte hormonelle Dysregulation – nichts Dramatisches, aber entscheidend.

Wir begannen eine sanfte hormonelle Unterstützung, begleitet von regelmäßigem Monitoring. Und ich fing an, meinen Alltag bewusster zu gestalten mit Pausen, klareren Grenzen, weniger Perfektionismus. Es war nicht leicht, aber heilsam.

Im zweiten stimulierten Zyklus war der Test positiv. Ich konnte es kaum glauben. Frau Dr. Jonas begleitete mich durch die Frühschwangerschaft – mit der gleichen Ruhe und Zugewandtheit wie von Anfang an.

Heute ist unser Sohn bei uns. Gesund, neugierig und ganz wunderbar. Jetzt wissen wir: Wir mussten lernen, loszulassen. Und Frau Dr. Jonas hat uns gezeigt, wie.

Wir danken Elena R. für ihre Offenheit.

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DNA-Fragmentierung

DNA-Fragmentierung

Vor allem wenn die Ursache unklar ist, stellt ein unerfüllter Kinderwunsch oft eine große emotionale Belastung dar. Während die Untersuchung der Frau meist ausführlich erfolgt, beschränkt sich die Fruchtbarkeitsanalyse beim Mann häufig auf ein Spermiogramm. Das reicht jedoch oft nicht aus, um die Zeugungsfähigkeit sicher einzuschätzen.
Ein bekannter, aber selten durchgeführter Test prüft die DNA-Fragmentierung der Spermien. Selbst wenn Spermien normal aussehen, kann ihr Erbgut beschädigt sein – was sich negativ auf Befruchtung, Embryoentwicklung und Schwangerschaft auswirken kann.

Was bedeutet DNA-Fragmentierung?

Die DNA der Spermien enthält den genetischen Bauplan des Mannes. Eine Schädigung dieser DNA nennt man Fragmentierung. Das bedeutet, dass die Samenzellen Brüche oder strukturelle Defekte im Erbgut aufweisen. Solche Schäden entstehen meist durch oxidativen Stress – ein Ungleichgewicht zwischen schädlichen freien Radikalen und schützenden körpereigenen Mechanismen.
Spermien mit geschädigter DNA erscheinen unter dem Mikroskop oft ganz normal. Ein Mann kann also ein unauffälliges Spermiogramm haben, aber dennoch eingeschränkt fruchtbar sein. Besonders wenn trotz guter Befunde keine Schwangerschaft eintritt oder wiederholte Fehlgeburten vorkommen, lohnt sich ein genauer Blick auf die DNA-Qualität.

Warum ist die DNA-Integrität so wichtig für die Fruchtbarkeit?

Die DNA im Spermium ist entscheidend für die Entwicklung des Embryos. Selbst wenn ein Spermium mit geschädigter DNA eine Eizelle befruchtet, erhöht sich das Risiko für eine gestörte Embryonalentwicklung. Auch Probleme bei der Einnistung oder frühe Fehlgeburten treten häufiger auf. Studien zeigen: Die DNA-Qualität des Spermiums spielt eine größere Rolle als lange angenommen. Besonders bei älteren Männern oder wiederholten IVF-Fehlversuchen wird das deutlich

Ein Fruchtbarkeitstest mit DNA-Analyse ist in folgenden Fällen sinnvoll:

  • Unerfüllter Kinderwunsch trotz unauffälligem Spermiogramm
  • Wiederholte Fehlgeburten
  • Schlechte Ergebnisse bei IVF oder ICSI
  • Männliches Alter über 40 Jahre
  • Erhöhte Umweltbelastung oder oxidativer Stress
  • Verdacht auf unerklärte Unfruchtbarkeit

Das Thema wird besonders relevant, wenn die Frau über 35 Jahre alt ist. Jüngere Eizellen können gewisse DNA-Schäden des Spermiums noch reparieren – mit zunehmendem Alter der Frau nimmt diese Fähigkeit jedoch ab. Die DNA-Qualität des Mannes ist daher ein unterschätzter, aber entscheidender Faktor, insbesondere bei Paaren über 35.

Wie funktioniert ein DNA-Fragmentierungstest?

Für die Untersuchung der DNA-Integrität stehen verschiedene labordiagnostische Verfahren zur Verfügung. Diese Methoden erfassen, wie stark das Erbgut der Samenzellen fragmentiert ist – also ob Brüche in der DNA-Struktur vorliegen, die die Embryonalentwicklung negativ beeinflussen könnten.

Die gängigsten Verfahren sind:

1. SCSA (Sperm Chromatin Structure Assay)

Methode:
Die Anfälligkeit der DNA für saure Denaturierung wird mittels Durchflusszytometrie gemessen. Fluoreszierende Farbstoffe zeigen den Grad der Fragmentierung an.

Vorteile:
Automatisiert und quantitativ
Liefert den DNA Fragmentation Index (DFI)
Hohe Standardisierung und Reproduzierbarkeit
Besonders geeignet für größere Labore

Interpretation:
Ein DFI-Wert über 25–30 % gilt als kritisch. Werte unter 15 % sprechen für eine gute DNA-Qualität.

2. TUNEL-Assay (Terminal deoxynucleotidyl transferase dUTP Nick-End Labeling)

Methode:
DNA-Brüche werden direkt durch Einfügen fluoreszierender Nukleotide an den Enden beschädigter Stränge markiert. Die Auswertung erfolgt per Fluoreszenzmikroskop oder Zytometrie.

Vorteile:
Direkter Nachweis von DNA-Brüchen
Hohe Aussagekraft und Sensitivität
Gilt als Goldstandard in der Forschung

Nachteile:
Technisch aufwendig
Weniger standardisiert als SCSA

3. Comet-Assay (Einzelzell-Gelelektrophorese)

Methode:
Spermien werden in einem Gel elektrisch aufgetrennt. Fragmentierte DNA bildet dabei einen „Kometenschweif“, sichtbar unter dem Fluoreszenzmikroskop.

Vorteile:
Sehr empfindlich
Einzelzell-Analyse möglich
Visualisierung des DNA-Schadens

Nachteile:
Aufwendig in Durchführung und Auswertung
Weniger geeignet für Routinediagnostik

4. SCD-Test (Sperm Chromatin Dispersion)

Methode:
Nach Denaturierung zeigen Spermien mit intakter DNA typische „Halos“, während fragmentierte DNA kompakt bleibt.

Vorteile:
Günstig und einfach
Gut geeignet als Screening-Verfahren

Nachteile:
Geringere Präzision
Subjektive Auswertung

Was tun bei hoher DNA-Fragmentierung?

Die gute Nachricht: Eine erhöhte DNA-Fragmentierung lässt sich oft positiv beeinflussen. Studien zeigen, dass Antioxidantien, gesunde Ernährung, Rauchverzicht und Stressreduktion das Gleichgewicht im Körper wiederherstellen und die DNA-Stabilität verbessern können. Auch medizinische Eingriffe – z. B. bei Varikozelen – sind je nach Befund sinnvoll.

Maßnahmen zur Verbesserung:

Antioxidative Therapie:
→ Nahrungsergänzung mit Vitamin C, E, Coenzym Q10, Selen, Zink, Omega-3-Fettsäuren usw.

Lebensstiländerung:
→ Rauchstopp, mediterrane Ernährung, Stressabbau, ausreichender Schlaf

Behandlung von Grunderkrankungen:
→ Infektionen, hormonelle Störungen, Varikozelen

Reproduktionsmedizinische Verfahren
→ Auswahl genetisch intakter Spermien durch IMSI, PICSI

Kurze Ejakulationsintervalle
→ Verringerung oxidativer Schäden durch Lagerung

Verbesserte Spermienauswahl: Neue Möglichkeiten in der Reproduktionsmedizin

Statt wie üblich unter 400-facher, erfolgt die Auswahl der Spermien hier unter bis zu 6000-facher Vergrößerung. Dadurch lassen sich selbst feinste morphologische Auffälligkeiten erkennen – besonders im Spermienkopf. So können Spermien mit hoher DNA-Integrität gezielt ausgewählt werden.

IMSI (Intrazytoplasmatische morphologisch selektierte Spermieninjektion)
Statt wie üblich unter 400-facher, erfolgt die Auswahl der Spermien hier unter bis zu 6000-facher Vergrößerung. Dadurch lassen sich selbst feinste morphologische Auffälligkeiten erkennen – besonders im Spermienkopf. So können Spermien mit hoher DNA-Integrität gezielt ausgewählt werden.

PICSI (Physiologische ICSI)
Hierbei nutzt man die Fähigkeit reifer, gesunder Spermien, sich an Hyaluronsäure zu binden – ein natürlicher Bestandteil der Eizellenumgebung. Nur genetisch intakte Spermien schaffen dies zuverlässig. Die Auswahl verbessert die Embryoqualität und Schwangerschaftsrate.

MACS (Magnetic Activated Cell Sorting)
Bei MACS werden Spermien mit Anzeichen von Apoptose (Zellalterung) magnetisch markiert und aussortiert. Die verbleibenden Spermien zeigen in der Regel eine bessere DNA-Qualität.

Diese Verfahren ersetzen keine Lebensstilveränderung oder medizinische Behandlung, können aber die Erfolgschancen einer künstlichen Befruchtung deutlich verbessern – insbesondere bei fortgeschrittenem Alter oder mehrfachen erfolglosen Versuchen.

Kürzlich beim Springer Verlag erschienen: Reproduktionsimmunologie, Hrsg. Wolfgang Würfel

„Erhalten Sie umfassende Antworten durch Experten auf dem Gebiet der Reproduktionsmedizin zu Einnistungsproblemen, rezidivierenden Aborten und Schwangerschaftskomplikationen aufgrund möglicher immunologischer Fehlregulationen zwischen maternalen, paternalen und embryonalen bzw. fetalen Antigenen/Funktionskreisen. Bisher fokussierte sich die Reproduktionsmedizin sehr stark auf die Herbeiführung der extrakorporalen Fertilisation und Embryonalentwicklung, doch Implantationsprobleme und Fehlsteuerungen des Immunsystems bis hin zu Autoimmunerkrankungen werden bei den Behandlungen immer evidenter.

Wenn Sie die wichtigsten Grundlagen zu immunologischen Regulationsmechanismen bei Implantation, Schwangerschaft und bei Autoimmunerkrankungen kennen, können Sie Ihre Patientinnen bzw. die Kinderwunschpaare optimal beraten und ggf. auch behandeln.

Aus dem Inhalt
• Wissenschaftliche Basis und pathophysiologische Grundlagen
• Immunologische Vorgänge bei der Reproduktion
• Klinische Implikationen, diagnostische Verfahren und therapeutische Optionen
• Die Bedeutung der spezifischen Zellpopulationen, ihren Interaktionen und deren Regulationsmechanismen“

IVF natura – IVF-Behandlung im Spontanzyklus

Am 25. Juli 1978 wurde Louise Brown als erstes Kind, das außerhalb des Körpers gezeugt wurde, geboren. Die Eizelle, die seinerzeit befruchtet wurde, entstammte einem natürlichen Zyklus, also einem Zyklus ohne jegliche hormonelle Stimulation.

Seit 1984, jetzt also fast seit 40 Jahren beschäftigen wir uns mit der Befruchtung außerhalb des Körpers, also der In-vitro-Fertilisation (IVF). Und von Anbeginn haben wir immer wieder Zyklen ohne jegliche hormonelle Stimulation, als sogenannte „Spontanzyklen“ durchgeführt und die Eizellen gewonnen.

Dieser natürliche Zyklus bietet eine Reihe von Vorteilen und deshalb haben wir diesen unseren Patientinnen bzw. Paaren stets als eine Alternative in bestimmten Situationen angeboten.

Der natürliche Zyklus ist die physiologischste Möglichkeit eine Eizelle zu gewinnen. Er ist sozusagen ganz nah am Leben: „IVF natura“

Gerne beraten wir Sie hierzu auf Basis unserer fast 40-jährigen Erfahrung.

Förderung von Kinderwunschbehandlungen in Bayern

Seit 01.11.2020 werden Kinderwunschbehandlungen in Bayern gefördert!

Damit werden Paare, die ihren gemeinsamen Hauptwohnsitz in Bayern haben, bei den Kosten von Kinderwunschbehandlungen finanziell entlastet.

Gefördert werden Kosten von Kinderwunschbehandlungen nach Art der In-Vitro-Fertilisation (IVF) und der intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) für den ersten bis vierten Behandlungszyklus. Dabei dürfen ausschließlich Ei- und Samenzellen des antragstellenden Paares verwendet werden.

Beachten Sie bitte, dass die Maßnahme nur zuwendungsfähig ist, wenn mit der Behandlung des jeweiligen förderfähigen Behandlungszyklus einschließlich der medikamentösen Behandlung noch nicht begonnen worden ist.
Als Maßnahmenbeginn zählt der Kauf von Medikamenten bzw. das Einlösen von Rezepten, die für die Kinderwunschbehandlung erforderlich sind. Dies darf erst nach Erhalt des Zuwendungsbescheides erfolgen.

Nähere Informationen finden Sie auf der Seite des Zentrum Bayern Familie und Soziales.(Quelle: ZBFS.Bayern)