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Autor: sophia

FSH und LH – Schlüsselhormone für Zyklus und Kinderwunsch

FSH und LH – warum sie so wichtig sind

Das follikelstimulierende Hormon (FSH) und das luteinisierende Hormon (LH) zählen zu den sogenannten gonadotropen Hormonen. Beide werden in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet und stehen unter direkter Kontrolle des GnRH aus dem Hypothalamus.

FSH und LH wirken vor allem auf die Follikel in den Eierstöcken. Ein Follikel ist ein kleines Bläschen, das eine Eizelle enthält und sie während ihrer Reifung schützt und versorgt. Mehrere Follikel beginnen in jedem Zyklus zu wachsen, meist reift jedoch nur einer vollständig heran.

Das luteinisierende Hormon (LH) hat seinen Namen vom lateinischen Wort luteus („gelb“). Es spielt eine zentrale Rolle beim Eisprung, da es den Follikel zum Aufplatzen bringt und anschließend die Bildung des sogenannten Gelbkörpers einleitet. Der Gelbkörper produziert das Hormon Progesteron, das die Gebärmutterschleimhaut für eine mögliche Einnistung vorbereitet.

Gemeinsam steuern FSH und LH die Abläufe des weiblichen Zyklus und sind entscheidend für eine intakte Fruchtbarkeit bei Frau und Mann.

Steuerung durch GnRH

GnRH wird in regelmäßigen Pulsen ausgeschüttet. Diese Taktung entscheidet, wie stark und in welchem Verhältnis FSH und LH freigesetzt werden. Ein fein abgestimmtes Zusammenspiel dieser Hormone sorgt für die Reifung der Eizellen, den Eisprung und die Gelbkörperphase – also die zentralen Schritte eines Zyklus.

Funktion von FSH und LH im Zyklus

  • FSH stimuliert das Wachstum der Eibläschen (Follikel) in den Eierstöcken. Es fördert die Reifung der Eizellen und regt die Produktion von Östrogen an. Dieses Hormon baut die Gebärmutterschleimhaut auf und bereitet sie so auf die mögliche Einnistung einer befruchteten Eizelle vor.
  • LH löst den Eisprung aus, indem es den dominanten Follikel zum Aufplatzen bringt. Dominant wird derjenige Follikel, der am besten auf die FSH-Stimulation reagiert, am schnellsten wächst und dadurch mehr Östrogen produziert. Diese höhere Hormonproduktion verschafft ihm einen „Vorsprung“ gegenüber den anderen Follikeln, die meist wieder zurückgebildet werden. Nach dem Eisprung sorgt LH dafür, dass sich aus diesem Follikel der Gelbkörper bildet, der das Hormon Progesteron produziert. Progesteron stabilisiert die Gebärmutterschleimhaut für eine mögliche Einnistung.

Durch dieses präzise Zusammenspiel von FSH und LH wird sichergestellt, dass die Chancen auf eine natürliche Schwangerschaft bestehen.

Bedeutung in der Kinderwunschbehandlung

In der Reproduktionsmedizin lassen sich die Mechanismen von FSH und LH gezielt nutzen:

  • FSH-Präparate werden eingesetzt, um mehrere Eizellen gleichzeitig heranreifen zu lassen. Dies ist vor allem für die In-vitro-Fertilisation (IVF) oder die intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) wichtig.
  • LH-Gaben oder Medikamente, die LH imitieren, lösen den Eisprung aus und sichern damit den richtigen Zeitpunkt für die Entnahme oder Befruchtung.
  • Die kontrollierte Steuerung von FSH und LH erfolgt häufig in Kombination mit GnRH-Analoga. Dabei handelt es sich um Medikamente, die das körpereigene GnRH nachahmen (Agonisten) oder blockieren (Antagonisten). Sie sorgen dafür, dass der Zyklus zuverlässig unterdrückt oder präzise gesteuert wird, sodass eine vorzeitige Eizellreifung oder ein unkontrollierter Eisprung verhindert wird. Dies ermöglicht eine exakte Planung der Kinderwunschbehandlung und steigert die Erfolgsaussichten.

Damit wird deutlich: Ohne FSH und LH wäre eine moderne Kinderwunschtherapie nicht denkbar. Neben der gezielten hormonellen Steuerung spielt auch die Diagnostik eine entscheidende Rolle. Ein wichtiger Laborwert, der viel über die Balance dieser Hormone verrät, ist der LH/FSH-Quotient.

Der LH/FSH-Quotient

Ein wichtiger diagnostischer Wert ist das Verhältnis von LH zu FSH, der sogenannte LH/FSH-Quotient. Er wird meist am 3. Zyklustag bestimmt.

  • Ein ausgeglichenes Verhältnis weist auf eine normale hormonelle Regulation hin.
  • Ein erhöhter LH/FSH-Quotient kann ein Hinweis auf das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom) sein.
  • Abweichungen geben Hinweise auf Störungen in der Eizellreifung, den Eisprung oder die Funktion der Hypophyse.

Damit liefert der LH/FSH-Quotient wichtige Informationen bei unerfülltem Kinderwunsch und fließt in die Planung der Behandlung ein.

Was macht FSH?

FSH regt das Wachstum und die Reifung von Eibläschen an und fördert die Östrogenproduktion.

Was macht LH?

LH löst den Eisprung aus, unterstützt die Bildung des Gelbkörpers und sorgt so für eine stabile Progesteronproduktion.

Wie werden FSH und LH durch GnRH gesteuert?

GnRH gibt in Pulsen das Signal an die Hypophyse, FSH und LH freizusetzen – die Taktung bestimmt die Hormonmenge.

Welche Rolle spielen FSH und LH in der Kinderwunschbehandlung?

FSH-Präparate fördern die Eizellreifung, LH oder entsprechende Medikamente lösen gezielt den Eisprung aus. Häufig wird die Behandlung mit GnRH-Analoga kombiniert, um den Zyklus präzise zu steuern.

Was bedeutet der LH/FSH-Quotient?

Er beschreibt das Verhältnis von LH zu FSH, meist am 3. Zyklustag gemessen, und gibt Hinweise auf Störungen wie das PCO-Syndrom.

Kinderwunschgeschichte Milena B.

Wenn zwei Menschen sich spät im Leben finden, bringt das oft eine ganz besondere Tiefe mit sich, aber auch neue Herausforderungen. Besonders dann, wenn der Kinderwunsch lange gewartet hat. Milena war 41, als sie mit ihrem Partner beschloss, eine Familie zu gründen. Ihre Geschichte zeigt, dass ein Kinderwunsch mit 40 plus zwar besondere Hürden mit sich bringt, aber dennoch erfüllbar sein kann – dank der individuellen Begleitung durch Prof. Dr. Dr. Würfel fand sie ein glückliches Ende.

Milena B.: Ich habe mir immer Kinder gewünscht. Es war nie ein Thema, das ich verdrängt habe, nur ließ der passende Partner lange auf sich warten. Ich war viel alleine, habe mein Leben genossen, meine Karriere aufgebaut, Freundschaften gepflegt. Aber die Sehnsucht nach Familie blieb. Dennoch dachte ich irgendwann Ende 30: Vielleicht ist es einfach zu spät.

Mit 40 habe ich dann meinen heutigen Partner kennengelernt. Wir waren beide sofort auf einer Wellenlänge und nach einem Jahr wussten wir: Wir wollen eine Familie. Es fühlte sich richtig an. Voller Hoffnung und ganz ohne Druck haben wir es einige Monate versucht. Ich hatte regelmäßige Zyklen, lebte gesund, doch es passierte nichts. Und langsam wich die Vorfreude einer wachsenden Sorge.

Wir suchten das Gespräch im Kinderwunsch Centrum München. Schon beim Ersttermin wurde klar: Mit 41 zählt jeder Monat. Uns wurde geraten, keine Zeit zu verlieren. Ich begann die Behandlung bei Prof. Dr. Dr. Würfel mit Hormonstimulation und ICSI. Die Diagnose: Die Eizellreserve war stark vermindert. Eine Nachricht, die mich erschütterte, aber gleichzeitig fühlte ich mich in besten Händen.

Nach der ersten ICSI-Behandlung blieb der erhoffte Erfolg aus. Doch Prof. Dr. Dr. Würfel gab nicht auf und machte uns Mut. Ich werde nie vergessen, wie er sagte: „Es wird schon alles gut werden.“ Der zweite ICSI-Versuch begann er mit einer neuen Strategie. Ich reagierte gut auf die Stimulation, es konnten einige Eizellen gewonnen werden. Und dann, plötzlich, hielt ich einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen.

Heute liegt mein kleiner Sohn neben mir, gesund, friedlich und wunderschön. Manchmal kann ich es selbst kaum glauben. Ich bin unendlich dankbar – für die medizinische Expertise, aber auch für die Menschlichkeit von Prof. Dr. Dr. Würfel, mit der ich in dieser sensiblen Zeit begleitet wurde.
Ich möchte allen Frauen Mut machen, die sich mit Anfang 40 noch ein Kind wünschen: Es ist nicht aussichtslos. Mit Klarheit, Geduld, Vertrauen und der richtigen Unterstützung kann dieser Wunsch in Erfüllung gehen.

Wir danken Milena B. für ihre Offenheit.
Wenn auch Sie Ihre Kinderwunsch-Geschichte mit uns teilen möchten, schreiben Sie uns an: kinderwunschgeschichten@ivf-muenchen.de
Wir freuen uns auf Ihre Geschichte!

Was ist eigentlich GnRH und was macht das?

Gonadotropin-Releasing-Hormon, kurz GnRH, spielt eine zentrale Rolle im menschlichen Fortpflanzungssystem. Es handelt sich um ein Steuerhormon, das im Hypothalamus gebildet wird und die Aktivität der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) beeinflusst. Ohne GnRH wäre sowohl der fein abgestimmte Zyklus von Eizellreifung, Eisprung einerseits und die Spermiensynthese andererseits sowie die Sexualhormonproduktion nicht möglich – ein entscheidender Zusammenhang für die Erfüllung des Kinderwunsches.

Bildung und Funktion von GnRH

GnRH wird in speziellen Nervenzellen des Hypothalamus gebildet und in kurzen Pulsen freigesetzt. Diese pulsatile Ausschüttung ist entscheidend: Sie regt die Hypophyse an, die sogenannten gonadotropen Hormone zu produzieren – das follikelstimulierende Hormon (FSH) und das luteinisierende Hormon (LH). Beide steuern die Reifung von Eizellen im Eierstock sowie die Spermienbildung beim Mann. Ein harmonisches Zusammenspiel dieser Hormone bildet die Grundlage für eine natürliche Empfängnis.

Gonadotrope Hormone und ihre Bedeutung

FSH und LH wirken direkt auf die Keimdrüsen. Während FSH das Wachstum und die Reifung von Eizellen fördert, ist LH für den Eisprung und die anschließende Gelbkörperbildung verantwortlich. Bei Männern unterstützen beide Hormone die Spermienproduktion und die Funktion der Hoden. Damit wird deutlich, wie stark GnRH und seine Regulation die Chancen auf eine Schwangerschaft beeinflussen.

GnRH-Analoga in der Kinderwunschtherapie

In der modernen Reproduktionsmedizin wird GnRH nicht nur als körpereigenes Hormon betrachtet, sondern auch therapeutisch genutzt. GnRH-Analoga sind Medikamente, die entweder die Wirkung von GnRH nachahmen oder gezielt blockieren. Je nach Art und Dosierung können sie den natürlichen Zyklus stimulieren oder unterdrücken.

  • GnRH-Agonisten wirken wie das natürliche Hormon, führen bei längerer Gabe jedoch zu einer Herunterregulation der Hormonproduktion.
  • GnRH-Antagonisten blockieren sofort die Wirkung von GnRH und verhindern so eine vorzeitige Ausschüttung von LH.

Beide Varianten sind wichtig, um bei Kinderwunschbehandlungen – etwa bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) – den Zyklus gezielt zu steuern, eine unkontrollierte Eizellreifung zu verhindern und die Chancen auf eine erfolgreiche Befruchtung zu erhöhen.

Bedeutung für den Kinderwunsch

Die präzise Steuerung von GnRH und den gonadotropen Hormonen ist ein zentrales Instrument der Reproduktionsmedizin. Sie ermöglicht, Behandlungen individuell anzupassen und optimale Bedingungen für eine Schwangerschaft zu schaffen. Damit zeigt sich: GnRH ist weit mehr als nur ein Hormon – es ist ein Schlüsselfaktor für den Weg zum Wunschkind.

FAQ

  • Was ist GnRH?

    GnRH ist ein Hormon aus dem Hypothalamus, das die Freisetzung von FSH und LH aus der Hypophyse steuert.

  • Wo wird GnRH gebildet?

    Es entsteht in Nervenzellen des Hypothalamus im Gehirn und wirkt über die Hypophyse auf Eierstöcke und Hoden.

  • Welche Rolle spielen gonadotrope Hormone?

    FSH und LH fördern die Eizellreifung, den Eisprung sowie die Spermienbildung – sie stehen direkt unter Kontrolle von GnRH.

  • Was sind GnRH-Analoga?

    Das sind Medikamente, die die Wirkung von GnRH nachahmen oder blockieren. Sie helfen, den Zyklus in der Kinderwunschbehandlung gezielt zu steuern.

  • Wie wirken GnRH-Analoga?

    Agonisten bewirken nach längerer Anwendung eine Unterdrückung der Hormonproduktion, Antagonisten blockieren GnRH sofort. Beide verhindern eine unkontrollierte Eizellreifung.

Social Freezing

Social Freezing: Die Freiheit, später Mutter zu werden

Nicht jeder Kinderwunsch ist an einen klaren Zeitpunkt im Leben gebunden. Für viele Frauen entsteht er nicht mit Mitte zwanzig, sondern wächst mit den Jahren – manchmal begleitet von einem Gefühl der Unsicherheit: „Wird es zu spät sein, wenn ich soweit bin?“

Social Freezing – das vorsorgliche Einfrieren von Eizellen – bietet die medizinische Möglichkeit, sich Zeit zu verschaffen. Es ist keine Garantie, aber eine Option. Und es ist ein sensibles Thema, über das man sich gut informieren sollte.


Die Fruchtbarkeit und das Alter: ein natürlicher Zusammenhang

Frauen werden mit einer endlichen Anzahl an Eizellen geboren – etwa ein bis zwei Millionen. Diese Reserve nimmt im Laufe des Lebens kontinuierlich ab. Ab dem 35. Lebensjahr sinken sowohl die Anzahl als auch die Qualität der Eizelle, was die Chance auf eine Schwangerschaft vermindern kann.

Dieser biologische Prozess verläuft individuell sehr unterschiedlich. Social Freezing ermöglicht es, Eizellen in einer Phase guter Qualität einzufrieren – typischerweise zwischen dem 25. und 35. Lebensjahr – und sie bei Bedarf später für eine Kinderwunschbehandlung zu nutzen.


Ein medizinisches Verfahren – unterschiedliche Beweggründe

Das Verfahren der Kryokonservierung wird sowohl im Rahmen des Social Freezing als auch bei medizinischen Indikationen eingesetzt. Medizinisch gesehen ist der Ablauf identisch – doch die Motivation unterscheidet sich:

Social Freezing richtet sich an gesunde Frauen, die aktuell keinen Kinderwunsch haben, ihn aber für später offenhalten möchten.

Medical Freezing kommt dann zum Einsatz, wenn eine Erkrankung oder deren Behandlung die Fruchtbarkeit gefährdet.

Gründe für Social Freezing:

  • Aktuell kein passender Lebenspartner
  • Wunsch nach zeitlicher Unabhängigkeit
  • Konzentration auf Ausbildung, Karriere oder andere Lebensziele
  • Familiäre Vorbelastung  durch frühe Menopause
  • Wunsch nach Sicherheit und Planungsspielraum

Gründe für Medical Freezing:

  • Vor onkologischer oder autoimmuner Therapie
  • Vor Operationen an den Eierstöcken
  • Bei genetischer Disposition für eingeschränkte Fruchtbarkeit
  • Im Rahmen einer geschlechtsangleichenden Behandlung

Zahlen und Entwicklungen

  • 2.755 Frauen ließen 2023 in Deutschland ihre Eizellen aus nicht-medizinischen Gründen einfrieren – deutlich mehr als 2022 mit 1.808 Fällen. Diese Zahlen basieren auf dem aktuellen Jahrbuch des IVF-Registers Deutschland (DIR 2023).
  • Etwa 70 % dieser Behandlungen wurden bei Frauen im Alter über 35 Jahren durchgeführt, was auf eine verstärkte Nutzung in späteren Lebensphasen hinweist (DIR 2023).
  • Internationale Studien zeigen, dass sich rund die Hälfte der Frauen im Alter von 30 bis 39 Jahren vorstellen kann, Social Freezing in Anspruch zu nehmen. Zwei Studien belegen dies exemplarisch:
    • Wang et al. (2017): 64–71 % der befragten US-Medizinstudentinnen halten eine Kryokonservierung für grundsätzlich denkbar. Journal of Assisted Reproduction and Genetics, DOI: 10.1007/s10815-017-0956-9
    • Lee et al. (2023): Bestätigt vergleichbare Einstellungen in einer späteren Kohorte. Journal of Assisted Reproduction and Genetics, DOI: 10.1007/s10815-023-02845-5

Ablauf: Schritt für Schritt

  1. Ärztliches Beratungsgespräch
    Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch mit einem Reproduktionsmediziner oder einer Reproduktionsmedizinerin. Dabei geht es um die individuelle Lebenssituation, medizinische Voraussetzungen und den voraussichtlichen Behandlungsverlauf
  2. Hormonelle Stimulation
    Über etwa 10 bis 12 Tage werden Hormone verabreicht, um mehrere Eizellen gleichzeitig zur Reifung zu bringen. Die Behandlung erfolgt in enger ärztlicher Begleitung und regelmäßigen Kontrollen per Ultraschall und Blutuntersuchung.
  3. Auslösen des Eisprungs
    Sobald genügend Eizellen herangereift sind, wird der Eisprung gezielt durch eine sogenannte „Trigger-Spritze“ ausgelöst.
  4. Eizellentnahme (Punktion)
    Die Entnahme erfolgt ambulant unter Sedierung. Über die Scheide wird eine feine Nadel eingeführt, mit der die Eizellen aus den Follikeln entnommen werden. Der Eingriff dauert in der Regel 10–20 Minuten.
  5. Vitrifikation und Lagerung
  6. Die Eizellen werden unmittelbar nach der Entnahme im Labor mittels Vitrifikation bei –196 °C eingefroren und können über viele Jahre hinweg gelagert werden.

    Anm.: Die medizinisch empfohlene Mindestanzahl liegt bei etwa 15–20 Eizellen – oft sind dafür mehrere Stimulationszyklen nötig.

Realistische Perspektiven – medizinisch und sozial

Social Freezing kann die Chancen auf eine spätere Schwangerschaft erhöhen – insbesondere, wenn die Eizellen in jungen Jahren gewonnen wurden. Dennoch bleibt jede Schwangerschaft ein komplexer, individueller Prozess.

Mit zunehmendem Alter verändern sich nicht nur Eizellen, sondern auch der gesamte Organismus. Die Gebärmutter, das Hormonsystem und das allgemeine Gesundheitsprofil der Frau beeinflussen die Erfolgswahrscheinlichkeit ebenso wie die Qualität der eingefrorenen Eizellen. Auch soziale Fragen spielen eine Rolle: Wie fühlt es sich an, als ältere Mutter ein Kind zu bekommen? Welche Unterstützung steht zur Verfügung?

Wichtig: Social Freezing bewahrt eine Option – keine Garantie.


Auch für Männer eine Option

Auch Spermien können kryokonserviert werden – sowohl aus medizinischen Gründen (z. B. vor einer Chemotherapie oder Sterilisation) als auch aus sozialen oder individuellen Beweggründen. Die Entnahme erfolgt meist durch Masturbation in der Klinik, seltener operativ. Die Samenprobe wird analysiert, in mehreren Portionen eingefroren und bei Bedarf im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung verwendet.

Sperma einfrieren – medizinischer Überblick

  • Vor onkologischer Therapie
  • Vor Sterilisation
  • Genetische Disposition zur eingeschränkten Fruchtbarkeit
  • Vor geschlechtsangleichender Maßnahme
  • Beratung und Aufklärung
  • Abgabe der Samenprobe
  • Kryokonservierung und Lagerung bei –196 °C

FAQ – häufig gestellte Fragen zu Social Freezing


Social Freezing ist ein medizinisch ausgereiftes Verfahren, das Frauen wie Männern mehr Autonomie bei der Familienplanung ermöglicht. Es eröffnet eine zusätzliche Option – mit dem Wissen, dass Fruchtbarkeit nicht unendlich verfügbar ist.
Mit guter ärztlicher Begleitung, realistischer Erwartung und individueller Abwägung kann Social Freezing ein wertvoller Teil der Lebensgestaltung sein – zu einem selbst gewählten Zeitpunkt.
Fruchtbarkeit lässt sich nicht planen – aber bewahren.

Kinderwunsch-Geschichte Kathrin L. | Kinderwunsch Centrum München

Kinderwunsch-Geschichte Kathrin L.

Die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden, liegt – bei idealen Voraussetzungen – in jedem Menstruationszyklus bei 20 bis 30 Prozent. Im Durchschnitt dauert es dann etwa vier Monate, bis eine Schwangerschaft eintritt. Aufgrund verschiedener (fruchtbarkeitsmindernder) Faktoren sind die Voraussetzungen bei vielen Paaren jedoch nicht optimal und es kann länger dauern, bis die gewünschte Schwangerschaft eintritt. So war es auch bei Kathrin L. Der Weg zu ihrem Wunschkind war nicht immer einfach und hat einige Versuche sowie Zeit in Anspruch genommen. Die Geduld hat sich am Ende jedoch gelohnt. Ihre ganz persönliche Kinderwunsch-Geschichte teilt sie hier.


Kathrin L.: Als wir beschlossen, dass nun der richtige Zeitpunkt sei, um unseren Kinderwunsch anzugehen, hatten wir nicht damit gerechnet, wie lange es dauern würde, bis sich unser Wunsch dann tatsächlich erfüllt. Nachdem sich auf natürlichem Weg keine Schwangerschaft einstellte, wandten wir uns schließlich an eine Kinderwunschklinik. Nachdem auch hier nach unzähligen Versuchen keine Schwangerschaft erreicht werden konnte, beschlossen wir, uns an eine andere Klinik zu wenden. Hier sollten wir allerdings dieselben Erfahrungen machen wie in der Klinik zuvor. Nach insgesamt 15 Fehlversuchen (davon ein Abgang) und mittlerweile 6 Jahren unerfülltem Kinderwunsch hatten wir die Hoffnung schon fast aufgegeben. 

Ich wollte aber einfach nicht daran glauben, dass wir dies nun akzeptieren sollten, und wollte mir eine dritte, letzte Meinung einholen. Und so bin ich auf das Kinderwunsch Centrum München und Prof. Würfel gestoßen. Die Praxis hatte ich ausgewählt, weil mich die Homepage angesprochen hat, ohne zuvor jemals etwas vom KCM gehört zu haben. 

Als ich bezüglich einer Terminvereinbarung in der Praxis angerufen habe, wurde mir, aufgrund meiner Vorgeschichte, direkt ein Termin speziell bei Prof. Würfel angeboten. So mussten wir zwar länger auf einen Termin warten, aber was waren ein paar Wochen mehr nach so vielen Jahren? 

Als ich dann zu meinem ersten Termin mit Prof. Würfel in der Praxis erschien, war ich direkt begeistert, weil er sich vorab bereits meine Befunde angesehen hatte und bestens über meine Geschichte im Bilde war. Ich habe mich direkt wohlgefühlt. Und was soll ich sagen? Bereits der erste Transfer war erfolgreich und neun Monate später hielten wir unser ganzes Glück in den Händen. Ich darf gar nicht genauer darüber nachdenken, wie viele Untersuchungen, Medikamente und Geduld notwendig waren, um schließlich doch ans Ziel zu kommen. 

Wir sind so froh, unseren Wunsch nicht zu früh aufgegeben zu haben, für unser Wunder gekämpft zu haben und für all die Strapazen letztlich belohnt worden zu sein. 

Wir danken Kathrin L. für ihre Offenheit. Wenn Sie ebenfalls Ihre Kinderwunsch-Geschichte teilen wollen, kontaktieren Sie uns gerne unter: kinderwunschgeschichten@ivf-muenchen.de. Wir freuen uns auf Ihre Geschichte!

Infertilität: Gründe für unerfüllten Kinderwunsch | Kinderwunsch Centrum München

Infertilität: Gründe für unerfüllten Kinderwunsch

Da ungewollte Kinderlosigkeit nach wie vor sehr oft als Tabuthema angesehen wird, ist die Dunkelziffer an Paaren mit einem unerfüllten Kinderwunsch groß. Studien belegen jedoch, dass mindestens jedes zehnte Paar in Deutschland an einer solchen ungewollten Kinderlosigkeit leidet. Es gibt verschiedene Ursachen sowohl bei Frauen als auch bei Männern, die das Eintreten einer Schwangerschaft verhindern können. Im folgenden Beitrag haben wir alle wichtigen Informationen zum Thema Infertilität zusammengetragen.


Was bedeutet Infertilität? 

Unter Infertilität oder Unfruchtbarkeit wird laut Definition das Unvermögen, ein Kind zu zeugen und/oder auszutragen, verstanden. Ein solches liegt nach Definition der WHO (Weltgesundheitsorganisation) dann vor, wenn – je nach Lebensalter der Frau – nach 12-monatigem ungeschütztem Geschlechtsverkehr zu optionalen Zeitpunkten keine Schwangerschaft mittels natürlicher Konzeption eingetreten ist. Offiziell sind etwa 7 – 15 % aller Paare in Deutschland von einem solchen unerfüllten Kinderwunsch betroffen. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass die Dunkelziffer weitaus höher ist, da das Thema der ungewollten Kinderlosigkeit ein sehr emotionales und persönliches ist, über welches selten gesprochen wird.


Wieso reduziert sich die Fruchtbarkeit? 

Bei Nichteintreten einer Schwangerschaft gibt es viele Gründe, die sowohl aufseiten der Frau als auch des Mannes bestehen können. Zudem gibt es Risikofaktoren wie beispielsweise Alkohol- sowie Nikotinkonsum, falsche Ernährung, die Einnahme bestimmter Arzneimittel, Über- wie auch Untergewicht und Stress, die – unabhängig vom Geschlecht – Unfruchtbarkeit zur Folge haben können. Prinzipiell nimmt die Fruchtbarkeit u.a. bei Frauen mit steigendem Alter ab. Demzufolge ist die Wahrscheinlichkeit für einen raschen Schwangerschaftseintritt in einem jüngeren Alter am wahrscheinlichsten. Da mit steigendem Alter bei Frauen auch die Wahrscheinlichkeit für Fehlgeburten deutlich zunimmt, kommt es häufig vor, dass es relativ vieler “Versuche” bedarf, bis es zur Erfüllung des Kinderwunsches kommt. 


Welche Ursachen können Infertilität beim Mann zugrunde liegen? 

Infertilität/Sterilität beim Mann kann einerseits auf eine verminderte Spermienproduktion zurückzuführen sein, andererseits auf zu wenige, zu unbewegliche oder zu viele Spermien mit einer Fehlbildung. Liegt der Grund für die Unfruchtbarkeit daran, dass mangels einem intakten Hodengewebe keine fertilen Spermien produziert werden, kann dies an unterschiedlichen Faktoren liegen. Zu den häufigsten Ursachen zählen die folgenden:

  • genetische Anomalien
  • Tumorerkrankungen und damit einhergehende Behandlungen
  • Fehlbildungen
  • Verletzungen

Auch hormonelle Störungen, Krampfadern am Hoden (Varikozelen) und exzessiver Alkohol- und Nikotinkonsum können die Fertilität z. T. massiv reduzieren.

Sind bestimmte biochemische Abläufe, welche es der Samenzelle ermöglichen, in die Eizelle einzudringen, gestört, kann dies ebenfalls das Eintreten einer Schwangerschaft verhindern. Zudem kann die Ursache ungewollter Kinderlosigkeit auch an einem gestörten Transportweg der Samenflüssigkeit liegen. 


Welche Gründe können Unfruchtbarkeit bei der Frau verursachen? 

Ein unregelmäßiger Zyklus kann oft schon ein erstes Anzeichen für eine hormonelle Störung sein, die häufig eine Ursache für das Ausbleiben einer Schwangerschaft darstellt. Oftmals kann dies ein Hinweis auf eine Eibläschenreifungsstörung oder einen ausbleibenden Eisprung sein. 

Kommt es mittels natürlicher Konzeption zu keiner Schwangerschaft, kann dies auch auf eine Funktionsstörung der Eileiter zurückzuführen sein. Dabei wird die befruchtete Eizelle nicht in die Gebärmutter beziehungsweise die Samenzelle nicht zur Eizelle transportiert. 

Weitere Gründe für einen unerfüllten Kinderwunsch auf Seiten der Frau können z. B. Probleme bei der Einnistung, Defekte am Gebärmutterhals, eine diagnostizierte Endometriose sowie das PCO-Syndrom (vgl. unregelmäßiger Zyklus) sein.  

Kinderwunsch-Geschichte Elisabeth C. | Kinderwunsch Centrum München

Kinderwunsch-Geschichte Elisabeth C.

Die eigene Familiengründung ist oft leichter vorgenommen, als tatsächlich getan. Dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zufolge ist in Deutschland jedes zehnte Paar ungewollt kinderlos und zur Erfüllung des Kinderwunsches auf medizinische Hilfe angewiesen. So war es auch bei Elisabeth C. und ihrem damaligen Partner. Wie ihr Weg zum Wunschkind verlaufen ist, erzählen sie in ihrer ganz persönlichen Geschichte.


Elisabeth C.: Da es etwas ganz Natürliches ist, mit seinem Partner ein Kind zu bekommen und eine gemeinsame Familie zu gründen, möchte man meinen, dass es auch einfach und schnell funktionieren würde. Nach dem Erleben einer 7-jährigen Kinderwunschzeit, während der es mehr emotionale Tiefen als Höhen gab, wissen wir, dass der Weg zum Wunschkind nicht immer ein unkomplizierter ist und dass es sehr viel Energie und Kraft kosten kann, bis es mit der Familiengründung tatsächlich funktioniert. Weil wir wissen, dass wir nicht die einzige Familie sind, die einen solchen Weg gehen musste, möchten wir unsere Geschichte teilen und somit anderen Paaren Mut machen.

Als mein damaliger Partner und ich mit den Versuchen, ein Kind zu bekommen, angefangen haben, endete meine erste Schwangerschaft leider bereits nach acht Wochen. Kurze Zeit später kam es erneut zu einer Missed-Abortion. Es fühlte sich beide Male so an, als würde man gegen eine Wand laufen und einfach nicht vorankommen. Die beiden Erlebnisse machten uns emotional sehr zu schaffen, weshalb wir uns erstmal dazu entschlossen, keine weiteren Versuche zu unternehmen und das Gespräch mit meinem Frauenarzt zu suchen. Dieser legte uns den Besuch einer Kinderwunschklinik nahe. Ich muss ehrlich zugeben, dass sich der Gedanke, unseren Kinderwunsch in einer Klinik zu erfüllen, anfänglich etwas komisch anfühlte. Ich hätte nie gedacht, dass mein damaliger Partner und ich bei der Gründung unserer Familie auf medizinische Hilfe angewiesen sein würden. Doch bereits der erste Klinikbesuch führte mir vor Augen, dass wir nicht die Einzigen sind.

Zu Beginn wurden in der Kinderwunschklinik diverse Standarduntersuchungen durchgeführt. Anschließend hat man uns eine Behandlung mittels Insemination empfohlen. Leider blieb diese erfolglos. Dass Kinderwunschbehandlungen oftmals mehrere Anläufe brauchen, wussten wir, deswegen wagten wir sofort einen weiteren Versuch. Da dieser jedoch auch nicht funktionierte, bestanden wir auf die Durchführung weiterer Untersuchungen, um die Ursache für das Nichteintreten einer Schwangerschaft herauszufinden. Leider hatte die Klinik keine Kapazitäten dafür, weshalb wir uns für einen Wechsel der Klinik entschieden.

So wurden wir PatientInnen von Herrn Prof. Dr. Würfel im Kinderwunsch Centrum München. Von Beginn an wurden unsere Anliegen hier ernst genommen und wir fühlten uns sehr wohl. Der vertraute Umgang, mit dem uns das gesamte Praxisteam begegnete, war das, was ich in einer solchen stressigen Zeit benötigte. Nach einer Vielzahl an Untersuchungen starteten wir im KCM mit ICSI- beziehungsweise IVF-Behandlungen. Davon hatten wir drei Behandlungen, ehe sich eine Schwangerschaft eingestellt hat, die erfolgreich verlief. Es dauerte Jahre, bis es endlich klappte. Nach jedem erfolglosen Versuch hatten wir ein Gespräch mit Herrn Prof. Dr. Würfel, der uns bestens über die Ursache der Misserfolge aufklärte und uns für weitere Untersuchungen beraten hat. Nach einer langen Zeit an Untersuchungen, Besprechungen und Behandlungen halten wir nun unsere kerngesunde Tochter in den Armen und sind glücklich, dass wir diesen langen Weg auf uns genommen haben. Wir sind uns sicher, dass es ohne den Klinikwechsel nie zu einer Schwangerschaft gekommen wäre. Wir sind dem Team vom KCM und vor allem Herrn Prof. Dr. Würfel sehr dankbar. Aus diesem Grund wussten wir von Anfang an, dass wir einen Jungen Wolfgang taufen würden.

Wir danken Elisabeth C. für ihre Offenheit. Wenn Sie ebenfalls Ihre Kinderwunsch-Geschichte teilen wollen, kontaktieren Sie uns gerne unter: kinderwunschgeschichten@ivf-muenchen.de. Wir freuen uns auf Ihre Geschichte!

Kinderwunsch-Geschichte Matea M.

Mit Oktober 2017 ist es Paaren unabhängig von ihrem Geschlecht in Deutschland möglich, eine Familie zu gründen. Seither leben rund 9.500 Paare in einer solchen Regenbogenfamilie. Trotzdem steht dieses Familienbild oft im Schatten der klassischen Mutter-Vater-Kind-Familie. Matea M. und ihre Partnerin haben gemeinsam ihren Kinderwunsch erfüllt und teilen in der folgenden Kinderwunsch-Geschichte, wie sie diese Reise erlebt haben.

Matea M.: Manchmal führt das Leben uns auf Wege, die wir nie erwartet hätten. Die Vorstellung einer traditionellen Familie – Mutter, Vater und Kind – schien für mich lange Zeit der natürliche Weg zu sein. Doch als ich Elisabeth kennenlernte und wir begannen, über eine gemeinsame Zukunft und Familie zu sprechen, wurde mir klar, dass unsere Reise anders sein würde. Uns verband ein tiefer Kinderwunsch, der uns schließlich zum Kinderwunsch Centrum München führte.

Als gleichgeschlechtliches Paar hatten wir zwei Möglichkeiten für die Erfüllung unseres Kinderwunsches: künstliche Befruchtung und Adoption. Meine Partnerin und ich haben uns den Gedanken einer Adoption beziehungsweise der Aufnahme eines Pflegekindes nicht von Anfang an aus dem Kopf geschlagen. Jedoch wollte ich schon immer eine Schwangerschaft und alles, was dazugehört, selbst erleben. Somit kam für uns nur der Weg einer künstlichen Befruchtung mit Samenspender in Betracht. Da meine Partnerin nie schwanger sein wollte, war klar, dass ich unser gemeinsames Kind austragen würde.
Trotzdem spielte Elisabeth während meiner Schwangerschaft eine maßgebliche Rolle. Sie recherchierte alles, was wir zur Schwangerschaftszeit wissen mussten, cremte täglich meinen Bauch ein und war bei jedem Moment der Geburt dabei

Da das deutsche Recht nicht viel Spielraum für die Wahl des Samenspenders lässt, hatten wir diesbezüglich nicht viel mitzusprechen. Im Kinderwunsch Centrum München werden jedoch ausschließlich überprüfte und untersuchte Samen aus zertifizierten Samenbanken eingesetzt. Somit konnten wir mit gutem Gewissen auf die Qualität und Gesundheit des verwendeten Spermas vertrauen. So ist auch unser erster Sohn entstanden. Da für uns schon immer klar war, dass wir nach unserem ersten Kind ein weiteres bekommen wollen, zahlten wir für die Aufbewahrung der Spendersamen, damit unser Nachwuchs leiblich verwandt ist.

Oft werden wir über die Rollenverteilung innerhalb unserer kleinen Familie gefragt und ob diese auch egalitär aufgeteilt ist, wie es bei vielen anderen Regenbogenfamilien vorkommt. Meine Partnerin und ich entschieden uns jedoch bei diesem Thema für eine “klassische” Rollenverteilung. Dementsprechend blieb ich von Beginn an zu Hause, um unseren Sohn zu versorgen und meine Partnerin ging weiterhin zur Arbeit. Unser Umfeld zeigt einen sehr neugierigen Umgang damit, dass unser Sohn mit zwei Mamas aufwächst. Für uns ist es sehr wichtig und schön zu sehen, dass andere Menschen dem von uns gewählten Familienmodell mit sehr viel Offenheit und Akzeptanz gegenüberstehen. Auch unseren Kindern werden wir die doch etwas andere Familienkonstellation vom ersten Moment an kindgerecht erklären.

Auch wenn mittlerweile immer mehr Akzeptanz gegenüber homosexuellen, lesbischen, bi- und transsexuellen Paaren gezeigt wird, wünschen wir uns, dass Regenbogenfamilien in der Zukunft mehr gesehen werden und die gleichen Rechte bekommen wie die noch “klassischen” Familien. Umso dankbarer sind wir dem Kinderwunsch Centrum München, dass sie so offen gegenüber Regenbogenfamilien sind und uns während dem gesamten Prozess immer ein gutes Gefühl gegeben haben. Wir hoffen sehr, dass noch mehr Kinderwunschkliniken in Zukunft diesbezüglich offener werden und so noch mehr lesbische Paare ihren Wunsch von einer eigenen Familie auf diesem Weg erfüllen können.

Wir danken Matea M. für ihre Offenheit. Wenn Sie ebenfalls Ihre Kinderwunsch-Geschichte teilen wollen, kontaktieren Sie uns gerne unter: kinderwunschgeschichten@ivf-muenchen.de. Wir freuen uns auf Ihre Geschichte!

Regenbogenfamilie: Ihr Weg zum Wunschkind | Kinderwunsch Centrum München

Regenbogenfamilie: Ihr Weg zum Wunschkind

Als gleichgeschlechtliches Paar ein Kind zu bekommen und gemeinsam eine Regenbogenfamilie zu gründen, ist in Deutschland mittlerweile keine Seltenheit mehr. Laut Bundeszentrale für politische Bildung sind es bereits etwa 9.500 Paare mit mindestens einem Kind. Trotzdem scheint es oftmals unklar, was es nun bedeutet, eine Regenbogenfamilie zu sein, wie die Gründung abläuft und mit welchen Besonderheiten sie verbunden ist. Deswegen haben wir im folgenden Beitrag alle wichtigen Informationen zusammengetragen.


Was ist die Definition einer Regenbogenfamilie?

Der Begriff “Regenbogenfamilie” leitet sich von der Regenbogenflagge ab, die als Symbol für homosexuelle Männer, lesbische Frauen und bisexuelle Menschen steht. Bei einer Regenbogenfamilie handelt es sich laut Definition um gleichgeschlechtliche Paare mit mindestens einem leiblichen oder adoptierten Kind. Die am häufigsten auftretende Form ist jene, bei der ein Partner beziehungsweise eine Partnerin aus einer vorangegangenen heterosexuellen Beziehung ein Kind nach einem Outing in eine neue Beziehung mitbringt. Die Zulassung gleichgeschlechtlicher Hochzeiten brachte für homosexuelle Paare eine deutliche Vereinfachung für die eigene Familiengründung. Dadurch fällt immer öfter eine bewusste Entscheidung für die gemeinsame Gründung einer Familie. In diesen Fällen kommt eine künstliche Befruchtung oder Adoption in Frage. Wird die Definition der Regenbogenfamilie im weiteren Sinne ausgelegt, ist diese ebenfalls auf Paare zutreffend, bei denen zumindest ein Elternteil lesbisch, homo-, bi- oder transsexuell ist.


Welche Möglichkeiten gibt es für gleichgeschlechtliche Paare, ihren Kinderwunsch zu erfüllen?

Die derzeitige Regelung in Deutschland sieht für schwule Paare nur die Möglichkeit der Pflege und Adoption vor. Bei lesbischen Paaren gibt es neben diesen Optionen auch die Möglichkeit der Insemination oder der künstlichen Befruchtung mit Spendersamen mittels IVF bzw. ICSI. Vor Behandlungsbeginn ist es Voraussetzung, dass das Paar verheiratet ist beziehungsweise in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt und eine vertragliche Regelung bezüglich Unterhalt, Samenspende und einer Garantieperson (das wird z.T. auch anders gesehen) vorliegt. Da künstliche Befruchtungen bei lesbischen Paaren bislang von Krankenkassen (mit nur wenig Ausnahmen) nicht übernommen werden, müssen die Kosten von den Patientinnen selbst getragen werden. Gerne unterstützen wir vom Kinderwunsch Centrum München lesbische Paare beim Start in ihre Familiengründung. Für die Gründung einer Regenbogenfamilie werden für die künstliche Befruchtung im Kinderwunsch Centrum München ausschließlich Spendersamen von zertifizierten Samenbanken eingesetzt.


Was sind die Besonderheiten einer Regenbogenfamilie?

Da die meisten LGBT-Familien ihre Familie ganz bewusst gründen, handelt es sich beim Nachwuchs um ein absolutes Wunschkind. Aus diesem Grund bereiten sich Paare im Regelfall ganz besonders auf die Geburt oder Adoption vor und schaffen so optimale Voraussetzungen für einen optimalen Start in ein gemeinsames Familienleben. Zudem gestaltet sich die Rollenverteilung bei lesbischen Paaren oftmals egalitär, sodass die Kindererziehung zu 100 % gleichberechtigt geteilt wird. Bei Regenbogenfamilien spielt vor allem für die entsprechenden Kinder ein stabiles soziales Umfeld, also eine harmonische Familie, konstante Freundschaften sowie enge Vernetzungen der LGBT-Community, aufgrund eventuell auftretender Diskriminierungen, eine wichtige Rolle.


Gibt es Vorurteile, denen Regenbogenfamilien ausgesetzt sind?

Kritikerstimmen meinen oft, dass es in einer funktionierenden Familie stets eine Mutter und einen Vater braucht. Studien zufolge haben jedoch Kinder einer Regenbogenfamilie keine Nachteile, denn die Gestaltung eines liebevollen Umfelds ist beim Aufwachsen wesentlich wichtiger als das Geschlecht der Eltern. 

Kinderwunsch-Geschichte Sandra | Kinderwunsch Centrum München

Kinderwunsch-Geschichte Sandra A.

Erfährt man als Paar, dass die Wahrscheinlichkeit für eine natürliche Schwangerschaft nahezu null ist, kann das eine sehr belastende Nachricht sein. Auch wenn es viele Möglichkeiten der Behandlung im Kinderwunsch Centrum gibt, den Kinderwunsch doch noch zu erfüllen, fühlt sich die Situation anfangs oft ungewiss und manchmal sogar aussichtslos an. So war es auch bei Sandra A. und ihrem Partner. Das Paar musste einen langen, steinigen Weg bis zu ihrer Wunschfamilie gehen, doch ihr starkes Durchhaltevermögen hat sich bezahlt gemacht. Im Folgenden teilen sie ihre ganz persönliche Geschichte.

Sandra A.: Mein Partner und ich waren Jahre lang zusammen, bevor wir uns mit dem gemeinsamen Kinderwunsch beschäftigten. Doch irgendwann kam der perfekte Zeitpunkt, an dem sich der Start der Familienplanung optimal anfühlte. Nach nur kurzer Zeit aber merkte ich, dass etwas nicht stimmt und mir wurde bewusst, dass der Weg zum Wunschkind kein einfacher sein wird.  

Nach dem Absetzen der Pille und zahlreichen erfolglosen Versuchen, mittels natürlicher Konzeption schwanger zu werden, entschieden wir uns, die Ursache hierfür im Kinderwunsch Centrum München untersuchen zu lassen, welches ich zuvor über das Internet gefunden habe. Nach dem ersten Beratungsgespräch fühlten wir uns bereits in guten Händen und starteten die ersten Versuche mit Geschlechtsverkehr nach Plan, gefolgt von Hormonspritzen und Medikamenten. Obwohl das bei mir diagnostizierte PCO-Syndrom die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft deutlich minimierte, ist es nach wenigen Monaten tatsächlich zu einer Einnistung gekommen. Die anfängliche Freude hielt jedoch nur für kurze Zeit an, denn bereits nach der ersten Ultraschalluntersuchung war kein Herzschlag mehr zu sehen. 

Nach dem traurigen Ereignis, welches mir mental ziemlich zu schaffen machte, entschieden wir uns trotzdem dafür, die erste ICSI (intracytoplasmatische Spermieninjektion) im Kinderwunsch Centrum zu starten. Nachdem die erste Behandlung fehlschlug und wir direkt die zweite starteten, waren wir umso glücklicher, dass es auch klappte. Ich war schwanger! Da die Wehen zwei Monate zu früh einsetzten, verbrachte ich viel Zeit liegend im Bett und hoffte, dass alles gut gehen wird. Als ich nach einem Kaiserschnitt schließlich unseren Sohn vor mir hatte, war ich einfach nur glücklich, dankbar und vor allem froh, dass wir uns recht frühzeitig für den Weg ins Kinderwunsch Centrum München entschieden haben. 

Bereits zwei Jahre nach der Geburt unseres Sohnes machten wir uns Gedanken über ein weiteres Kind. Wir wollten unbedingt eine vierköpfige Familie sein. Somit begann für uns eine weitere neue Reise in der Kinderwunschklinik. Ich hätte mir nicht gedacht, dass der Weg zum zweiten Wunschkind anstrengender sein könnte als der, den wir bis zu unserem ersten Kind gehen mussten. Erst nach vielen Versuchen und der sechsten ICSI-Behandlung kam es zu einer Schwangerschaft. Es war eine Zeit voller Unsicherheit und Hoffnung, welche meinem Partner und mir viel abverlangte. 

Auch die Geburt unserer Tochter war ein Kaiserschnitt und ich erinnere mich genau an den Moment, als ich sie im Kreißsaal zum ersten Mal gesehen habe. Es war ein unbeschreiblicher Augenblick und ich wusste, dass wir nun am Ende unserer Kinderwunsch-Reise, welche dank dem KCM Team so verlaufen ist, angekommen sind.

Wir danken Sandra A. für ihre Offenheit. Wenn Sie ebenfalls Ihre Kinderwunsch-Geschichte teilen wollen, kontaktieren Sie uns gerne unter: kinderwunschgeschichten@ivf-muenchen.de. Wir freuen uns auf Ihre Geschichte!