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Autor: sophia

Kinderwunsch-Geschichte Franziska S.

Viele unserer PatientInnen kommen bei uns zum ersten Mal in Kontakt mit dem Thema Kinderwunschbehandlung. Nicht selten kommen PatientInnen auch von anderen Kinderwunschzentren zu uns, wenn bisher eine erfolgreiche Schwangerschaft ausblieb. Selten haben wir jedoch auch PatientInnen bei uns, die selbst bereits im Kinderwunsch Centrum München gezeugt wurden und sich nun mit ihrem eigenen unerfüllten Kinderwunsch an uns wenden. An genau dieser Geschichte möchte uns Franziska S. teilhaben lassen, die sie in folgendem Beitrag berichtet:

Franziska S.: Die Geschichten meiner Mutter über die Zeit, bevor sie mit mir schwanger war und das Glück, dass sie beim dritten Versuch im Kinderwunsch Centrum München endlich mit mir schwanger wurde, habe ich bestimmt schon 1000 mal gehört – vom Jugendalter bis ins Erwachsenenalter. 

Als ich nun selbst mit meinem Mann an dem Punkt war, eine Familie zu gründen, war ich deshalb nicht allzu schockiert, dass es nicht auf Anhieb klappte. Denn zumindest in meiner Familie wurde stets offen kommuniziert, dass ein unerfüllter Kinderwunsch keine Seltenheit ist. 

Nach einigen Terminen beim Frauen- bzw. Hausarzt entschieden wir uns letztlich dazu – genau wie meine Eltern auch – das Kinderwunsch Centrum München aufzusuchen. Ich kam mir fast etwas albern vor zu wissen, dass meine Eltern vor ca. 29 Jahren vermutlich ebenfalls in diesem Wartezimmer saßen. Als wir dran waren, erzählte ich dem Arzt kurz und knapp, warum wir hier seien. Ungleich meinen Erwartungen wurde dies jedoch nicht als Hinweis abgetan, sondern in einem ersten Untersuchungsschritt festgestellt, ob es genetische Gründe haben könnte, weshalb ich – ebenfalls wie meine Mutter – nicht auf natürliche Art und Weise schwanger werden konnte. 

Die Ergebnisse verrieten uns jedoch: Unser unerfüllter Kinderwunsch war losgelöst von dem meiner Mutter. Es gab zumindest keine Hinweise auf ein gesundheitliches Problem, dass ich geerbt hätte. 

Einige Untersuchungen später konnten wir die Ursache klären. Im Rahmen einer Eileiterdurchlässigkeitsprüfung wurde festgestellt, dass meine Eileiter Grund für unseren bisher unerfüllten Kinderwunsch sind. 

Nach einigen weiteren Schritten entschieden wir uns für eine ICSI Behandlung.

ICSI-Behandlung:
Als ICSI-Behandlung wird eine Behandlung bezeichnet, bei der zunächst die Eibläschen durch Hormone zum Wachsen angeregt werden. Anschließend werden Eizellen entnommen und in jede Eizelle ein Spermium injiziert (ICSI). Sobald ein Embryo entstanden ist, wird dieser transferiert. Damit die Einnistung erfolgreich ist, wird diese oftmals noch hormonell unterstützt. Mehr dazu finden Sie im Rahmen unseres Beitrags zur ICSI-Behandlung.

Die Hormone setzten mir durchaus zu, doch schon beim zweiten Versuch klappte es. Neun Monate später kam unsere Tochter zur Welt. Dieser erzähle ich nun – wie meine Mutter mir – häufig die Geschichte ihrer Entstehung. Ich hoffe, mit meiner Kinderwunsch-Geschichte zeigen zu können, dass es vielfältige Gründe gibt für einen unerfüllten Kinderwunsch und dass die Unterstützung bzw. das Verständnis seitens der Familie (bei uns aus offensichtlichen Gründen gegeben) wirklich entscheidend ist in einer mental doch schwierigen Phase. Ich wünsche allen PatientInnen, die dies lesen, eine baldige Schwangerschaft!

Wir danken Franziska S. für ihre durchaus seltene Kinderwunsch-Geschichte. Wenn Sie ebenfalls Ihre Kinderwunsch-Geschichte erzählen wollen, senden Sie uns bitte ihren Kontakt an: kinderwunschgeschichten@ivf-muenchen.de. Wir freuen uns Ihre Geschichte zu hören!

OAT Syndrom: Verminderte Spermienqualität | Kinderwunsch Centrum München

OAT Syndrom: Verminderte Spermienqualität

Der Begriff des OAT Syndroms (Oligo-Astheno-Teratozoospermie-Syndrom) beschreibt die verminderte Spermienqualität und -quantität. Dies ist eine Zusammenfassung der häufigsten Fruchtbarkeitsstörungen beim Mann – und eine oft vorkommende Diagnose im Rahmen der Sterilitätsdiagnostik. Was das OAT Syndrom im Detail bedeutet, welche Ursachen zugrunde liegen können und wie sich das Syndrom im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung behandeln lässt, haben wir für Sie nachfolgend erklärt.


OAT Syndrom

Das OAT Syndrom beschreibt das Auftreten mehrerer Symptome, die gemeinsam eine krankhafte Einschränkung der Zeugungsfähigkeit charakterisieren. OAT bedeutet:

  • Zu wenig vorhandene Spermien (=oligo)
  • Zu geringe Beweglichkeit der Spermien (=astheno)
  • Vermehrt fehlgeformte Spermien (=terato)

Vom OAT Syndrom wird dann gesprochen, wenn alle drei Symptome gleichzeitig auftreten. Gleichermaßen stellt das OAT Syndrom genau genommen keine Diagnose dar, sondern beschreibt nur das gemeinsame Auftreten bestimmter Veränderungen.

Die einzelnen Veränderungen können dabei in unterschiedlicher Ausprägung auftreten, weshalb zwischen drei Schweregraden unterschieden wird: Grad 1 (leichte Einschränkung der Zeugungsfähigkeit), Grad 2 (deutliche Einschränkung der Zeugungsfähigkeit) und Grad 3 (starke Einschränkung der Zeugungsfähigkeit). Das Syndrom ist dabei aber nicht unbedingt mit einer dauerhaften Einschränkung der Fertilität gleichzusetzen. Es ist bekannt, dass die einzelnen Parameter sehr schwanken können.


Ursachen für das OAT Syndrom

  • Fehllage der Hoden: In der Regel wandern die Hoden in den ersten zwei Lebensjahren aus dem Bauchraum in den Hodensack. Kommt es im Rahmen dieses Prozesses zu Störungen und die Hoden verbleiben im Bauchraum, kann durch die höhere Temperatur im Körperinneren die Bildung gesunder Spermien negativ beeinflusst oder gar vollständig verhindert werden. Auch können fieberhafte Infekte vorübergehend die gleiche Wirkung hervorrufen.
  • Varikozele: Ebenfalls kann es durch Krampfadern am Hoden bzw. eine sichtbare Erweiterung des Venengeflechts um den Samenstrang zu einer Überhitzung kommen, die sich negativ auf die Spermienqualität auswirken kann.
  • Hormonstörungen: Ist der sensible Hormonhaushalt gestört, kann dies die Symptome eines OAT Syndroms hervorrufen.
  • Entzündungen und Infektionen: Entzündungen der Nebenhoden oder der Prostata, die beispielsweise durch Mumps im Kindesalter hervorgerufen wurden, können einen teilweisen oder vollständigen Verschluss der Samenkanäle zur Folge haben, wodurch der Transport der Spermien beeinträchtigt werden kann.
  • Anomalien der Chromosomen: Auch Anomalien der Chromosomen in Anzahl oder Struktur können Auslöser der Symptome eines OAT Syndroms sein.
  • Äußere- und Umwelteinflüsse: Ebenso kann die Einnahme bestimmter Medikamente oder Substanzen, wie beispielsweise Anabolika oder Drogen, Stress, Alkoholkonsum, Bestrahlung im Rahmen einer Tumorerkrankung, starkes Über- oder Untergewicht sowie Geschlechtskrankheiten Faktoren darstellen, die zu einer verminderten Spermienqualität beitragen können.

Behandlung des OAT Syndrom

Insofern Ursachen für das Auftreten der Symptome des OAT Syndroms lediglich temporär auftreten, ist dieses dann oft gut behandelbar. Da es sich bei dem Syndrom lediglich um das Auftreten mehrerer Symptome handelt, gibt es keine Standard-Therapie, auf die zurückgegriffen werden kann. Vielmehr muss zunächst die tatsächliche Ursache diagnostiziert und anschließend spezifisch behandelt werden.

So können Hormonstörungen beispielsweise durch die Verabreichung von Hormonpräparaten oder Entzündungen durch die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten behandelt werden. Liegt ein teilweiser oder vollständiger Verschluss der Samenleiter vor, können diese in machen Fällen operativ geöffnet werden. Sollte dies nicht möglich sein, ist auch eine Hodenbiopsie, eine sogenannte TESE denkbar. Dabei werden die Samenzellen aus einem Teil des Hodengewebes extrahiert. Von einer MESA spricht man, wenn die Spermien aus dem Nebenhoden extrahiert werden.


Spermiogramm zur Diagnosestellung

Zur Feststellung der Spermienqualität und -quantität wird das Ejakulat mit Hilfe eines Spermiogramms anhand standardisierter Parameter im Labor genau untersucht. Dabei wird neben der Spermienbeweglichkeit auch deren Optik analysiert. Samenzellen sollten im gesunden Zustand aus einem Kopf, in dem die Erbanlagen gespeichert sind, einem Mittelstück und einem Schwanz, der eine schnelle Vorwärtsbewegung ermöglicht, bestehen. Das Ergebnis kann eine Aussage über die Zeugungsfähigkeit des Mannes liefern. Bei einem negativen Resultat sollte die Untersuchung jedoch erneut durchgeführt werden, um den Befund zu bestätigen.

Um die genaue Ursache der verminderten Samenqualität zu ermitteln, werden von den mit dem Kinderwunsch Centrum München kooperierenden Andrologen situativ umfassende Untersuchungen vorgenommen.

Nicht immer lässt sich die genaue Ursache feststellen und eine entsprechende effektive Behandlung einleiten. Dann spricht man von einem idiopathischen OAT. In diesem Fall, oder aber wenn die Spermienqualität sich trotz entsprechender Behandlung nicht signifikant verbessert, ist eine künstliche Befruchtung, seltener mittels IVF, in der Regel mittels ICSI-Behandlung erforderlich.

In vitro Befruchtung (IVF): Gründe und Ablauf | Kinderwunsch Ccentrum München

IVF: In vitro Befruchtung – Gründe und Ablauf

Die In-Vitro-Fertilisation (IVF) ist die älteste Methode der assistierten Befruchtung. Als “klassische” Methode der künstlichen Befruchtung wurde die Befruchtung im Reagenzglas erstmal 1978 erfolgreich angewendet. Auch heute noch bietet die Behandlung mittels IVF eine hervorragende Möglichkeit, die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft signifikant zu erhöhen. Im Rahmen einer IVF-Behandlung werden reife Ei- sowie Samenzellen gemeinsam in eine Nährlösung verbracht und in den Brutschrank gegeben. Wie eine IVF-Behandlung im Detail aussieht, welche Gründe für diese Form der künstlichen Befruchtung sprechen und wie die IVF-Behandlung im Detail abläuft, haben wir für Sie im Folgenden dargestellt.


IVF: Künstliche Befruchtung mittels In-vitro-Fertilisation

Bei der IVF (In-vitro-Fertilisation) werden befruchtungsfähige Eizellen entnommen und in einer Nährlösung im Brutschrank gemeinsam mit den Samenzellen des Partners kultiviert. Während des Befruchtungs-Prozesses müssen Spermien durch die Wand der Eizelle (Zona pellucida) in diese eindringen und dort ihre Erbanlage aktivieren. Ist die Befruchtung erfolgreich und die befruchteten Eizellen entwickeln sich weiter, wird idealerweise ein Embryo mittels eines feinen Katheters in die Gebärmutter übertragen. Situativ können es bis zu drei sein, z. B. bei einem Lebensalter jenseits der 40.


Gründe für eine IVF-Behandlung

Indikationen für die Durchführung einer IVF liegen meistens auf der Seite der Partnerin. Ursache für eine eingeschränkte Fertilität der Frau können beispielsweise Verschlüsse der Eileiter, hormonelle Störungen oder eine Endometriose sein. Auch eine Ausschöpfung konservativer Therapieversuche bei z. B. ungeklärter Sterilität kann ein Grund für eine IVF-Behandlung sein. Voraussetzung für eine erfolgreiche IVF-Behandlung ist dabei eine gute, allenfalls eine nur leichte Einschränkung der Spermienqualität. Liegen beim Mann stärkere Einschränkungen der Fertilität vor, stellt die künstliche Befruchtung mittels ICSI die geeignetere Behandlung dar. Während bei einer künstlichen Befruchtung mittels ICSI auch kryokonservierte Samenzellen für die Befruchtung eingesetzt werden können, ist dies im Rahmen einer IVF oft nicht möglich. Während es bei einer IVF-Behandlung also zu einer spontanen Befruchtung innerhalb des Reagenzglases kommt, wird bei einer ICSI hingegen ein einzelnes Spermium mit einer Mikropipette direkt in das Zytoplasma einer Eizelle injiziert.


Ablauf einer IVF-Behandlung

Der Ablauf einer IVF-Behandlung lässt sich grob in folgende Abschnitte unterteilen:

1. Stimulation der Eierstöcke

Im natürlichen Zyklus wird regulär meist nur ein Follikel ausgebildet. Damit reift auch meist nur eine Eizelle bis zum Eisprung heran (selten mal zwei). Die Chance, mit nur einer herangereiften Eizelle eine intakte Schwangerschaft mittels künstlicher Befruchtung zu erreichen, liegt bei etwa 5 bis 15 %, abhängig vom Alter der Patientin. Grundsätzlich ist eine IVF aber durchaus im natürlichen Zyklus möglich (sog. IVF naturelle), wir praktizieren das bereits seit 1985. Durch die Stimulation mittels natürlicher Hormone wird die Reifung von mehreren Eibläschen erreicht, sodass eine größere Anzahl an reifen Eizellen für die IVF-Behandlung zur Verfügung stehen, wodurch die Chancen für einen erfolgreichen Schwangerschaftseintritt pro Zyklus steigen.

2. Eisprung und Eizellentnahme

Der Eisprung wird hormonell ausgelöst, sobald das oder die Eibläschen ausreichend herangereift ist/sind. Hierfür wird eine sogenannte Eisprungsspritze eingesetzt. Etwa 36 Stunden nach der Injektion erfolgt dann die Punktion der Eierstöcke und die Entnahme der Eizellen unter Ultraschallkontrolle.

3. Samenprobe

Die Spermienabgabe erfolgt am Tag der Eizellentnahme. Die Vorbereitung der Spermien erfolgt anschließend meist durch das sogenannte Swim up-Verfahren. Dabei werden gut bewegliche Spermien für die Befruchtung isoliert.

4. Zusammenführung der Ei- und Samenzelle

Die zuvor entnommenen Eizellen werden anschließend in ein Nährmedium gegeben und mit den Samenzellen zusammengeführt. Im Brutkasten startet anschließend idealerweise der Befruchtungsprozess. Nach etwa einem Tag im Brutkasten lässt sich unter dem Mikroskop prüfen, ob die Befruchtung erfolgreich ist. Ist dies der Fall, wird nach ein bis fünf Tagen die befruchtete Eizelle in die Gebärmutter eingesetzt. Die längere Kultur (“Blastozystenkultur) ist v. a. dann sinnvoll, wenn mehrere Eizellen befruchtet sind. Sind es hingegen nur 1 oder 2 ist der frühere Transfer empfehlenswert. Eizellen, die darüber hinaus auf dem Wege zur Befruchtung sind (sog. Vorkerne), können kryokonserviert und für einen weiteren Versuch oder eine zweite Schwangerschaft aufbewahrt werden.

5. Embryotransfer

Der Embryotransfer erfolgt anschließend mittels eines feinen Katheters unter Ultraschallkontrolle. Der Embryo bzw. die Embryonen werden dann im idealen Einnistungsbereich der Gebärmutterhöhle, dem sogenannten Fundus abgesetzt.

Unfruchtbarkeit Mann: Die häufigsten Gründe | Kinderwunsch Centrum München

Unfruchtbarkeit beim Mann: Die häufigsten Gründe

Ursachen einer ungewollten Kinderlosigkeit sind zu gleichen Teilen bei der Frau als auch beim Mann zu finden. Beim Mann stehen die Spermienproduktion oder eine verminderte Spermienqualität im Zentrum der Ursachenforschung. In diesem Artikel erklären wir die häufigsten Gründe sowie Ursachen, die für eine Unfruchtbarkeit beim Mann verantwortlich sein können.

tl;dr

  • Ursachen
    • Schlechte Spermienqualität (OAT-Syndrom: zu geringe Anzahl, langsame Bewegung, Formdefekte)
    • Gestörte Transportwege (z. B. verstopfte Samenleiter, Infektionen)
    • Hodenfunktionsstörungen (Varikozele, Hodenhochstand, Hormonmangel, genetisch bedingte Ursachen)
    • Weitere Faktoren wie retrograde Ejakulation, Antikörper gegen Spermien oder psychische Belastungen
  • Diagnostik
  • Behandlungsmöglichkeiten
    • Hormontherapie, Antibiotika bei Infektionen, operative Eingriffe
    • Assistierte Reproduktion: Insemination (IUI), IVF/ICSI, TESE, ggf. Samenspende

Die häufigsten Gründe für Unfruchtbarkeit beim Mann

Schlechte Spermienqualität

Im Regelfall enthält jeder Milliliter Spermienflüssigkeit (Ejakulat) mindestens 15 Millionen Spermien. Dabei müssen mindestens 58 Prozent dieser lebend (vital) sein, mindestens 32 Prozent gut beweglich und mindestens 4 Prozent normal geformt sein, damit gute Voraussetzungen für die Zeugungsfähigkeit vorliegen. Ist ein Mann hingegen zeugungsunfähig, liegt dies häufig an einer verminderten Spermienqualität: Meist befinden sich in diesen Fällen zu wenig Spermien im Ejakulat (Oligozoospermie), die Beweglichkeit der Spermien ist eingeschränkt (Asthenozoospermie) oder es liegen zu viele fehlgebildete Spermien vor (Teratozoospermie). Liegen alle drei Einschränkungen gleichzeitig vor, wird von Oligo-Astheno-Teratozoospermie (OAT-Syndrom) gesprochen.

Doch selbst wenn genügend Spermien im Ejakulat vorhanden sind und diese in ihrer Vitalität, Beweglichkeit und Morphologie auf den ersten Blick keine Einschränkungen aufweisen, kann eine Unfruchtbarkeit beim Mann vorliegen. Nämlich dann, wenn bestimmte biochemische Abläufe gestört sind, die das Eindringen der Spermien in die Eizelle normalerweise ermöglichen.

Mehr über eine schlechte Spermienqualität erfahren Sie auf unserer Seite Spermienproduktion.

Verminderte Spermienproduktion

Für die Produktion von fertilen Spermien muss das Hodengewebe intakt sein. Eine Vielzahl an Faktoren können die Hoden schädigen und die Samenherstellung einschränken. Zu den häufigsten Ursachen hierfür zählen u. a.:

  • Vorliegen eines Hormonmangels, der zu einer Unterfunktion der Hoden (Hypogonadismus) führt
    Hodenentzündungen infolge einer Infektion, wie beispielsweise Chlamydien oder von Mumps (Mumpsorchitis)
  • angeborene Fehlbildungen, wie beispielsweise ein Hodenhochstand
  • genetische Anomalien wie beispielsweise das Klinefelter-Syndrom
  • Operationen beispielsweise an der Prostata
  • Krampfadern im Hoden (Varikozele)
  • Verletzungen, z.B. eine Hodentorsion
  • Tumorerkrankungen wie beispielsweise Hodenkrebs sowie dessen Behandlung (Chemotherapie), Bestrahlung
  • Übermäßiger Alkohol- und/oder Nikotinkonsum

Gestörter Transportweg des Sperma

Sind ausreichend Spermien in guter Qualität vorhanden, so braucht es zudem noch einen freien Transportweg. Die Spermien nehmen ihren Weg von den Hoden in die Nebenhoden und anschließend weiter über den Samenleiter bis nach außen. Ist der Samenleiter verklebt oder durchtrennt, wird ein Ankommen der Spermien verhindert (obstruktive Azoospermie). Auslöser hierfür können beispielsweise sein:

  • Infektionen wie beispielsweise Chlamydien
  • Entzündung von Hoden, Nebenhoden (Orchitis, Epididymitis) und Prostata (Prostatitis)
  • angeborene Fehlbildungen
  • Harnröhrenverengung
  • Operationen wie beispielsweise einen Leistenbruch
  • zystische Fibrose (Mukoviszidose)

Weitere Ursachen für eine Unfruchtbarkeit beim Mann

Darüber hinaus können auch weitere körperliche sowie psychische Ursachen zu einer Unfruchtbarkeit bei Mann führen. So beispielsweise ein mangelhafter Verschlussmechanismus zur Harnblase , der dazu führt, dass sich der Samen in die Blase ergießt (retrograde Ejakulation). Mögliche Ursachen hierfür können Operationen, Diabetes, eine Schädigung der Nerven oder eine vergrößerte Prostata sein. Auch können immunologische Ursachen zur Unfruchtbarkeit führen, z. B. wenn Antikörper gegen Spermien gebildet werden.. Ebenso können Hormonstörungen die Ursache einer Sterilität sein. Aucheine erektile Dysfunktion oder Impotenz kann Grund für eine ungewollte Kinderlosigkeit auf Seiten des Mannes sein. Nicht zuletzt können auch psychische Ursachen – wie beispielsweise Stress – die Spermienqualität negativ beeinflussen.


Behandlung einer Unfruchtbarkeit beim Mann

Kann im Rahmen eines OAT-Syndroms bzw. einer eingeschränkten Spermienqualität eine körperliche Ursache diagnostiziert werden, kann diese auch entsprechend in unserem Kinderwunsch Centrum München behandelt werden. 

Hormonstörungen lassen sich durch eine gezielte Hormontherapie durch einen Andrologen beheben. Infektionen, auch wenn diese bisher unbemerkt aufgetreten sind, lassen sich mit entsprechenden Antibiotika therapieren. 

Liegt eine andere Ursache für eine verminderte Spermienqualität vor, bleiben die oben genannten Therapieansätze erfolglos oder kann keine Ursache ausgemacht werden, kann eine Insemination (IUI) oder eine künstliche Befruchtung (IVF/ ICSI) zur Kinderwunschbehandlung eingesetzt werden. 

Können im Ejakulat keine Spermien ausgemacht werden, können die Spermien für die Behandlung mittels einer Biopsie direkt aus dem Hoden entnommen werden (TESE). Mehr zu dem Verfahren lesen Sie hier. Bleibt auch die TESE erfolglos, kann eine Kinderwunschbehandlung mit Spendersamen eine geeignete Alternative darstellen. 


Unfruchtbarkeit beim Mann: Erfahrung von PatientInnen

Glücklicher Vater mit Baby als Symbol für erfüllten Kinderwunsch und Familiengründung

Kann ein Kinderwunsch mittels natürlicher Konzeption nicht erfüllt werden, ist dies auf eine Vielzahl an Ursachen, die gleichermaßen an der Frau sowie an dem Mann liegen können, zurückzuführen. Umfangreiche Untersuchungen zur Feststellung der Ursache sind essentiell für die Wahl der passenden Behandlungsmethode. So konnte bei Isabella N. und ihrem Partner festgestellt werden, dass die Ursache ihres unerfüllten Kinderwunsches auf die Diagnose OAT (Oligo-Astheno-Terazoospermie) ihres Mannes zurückzuführen war.

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Kinderwunschgeschichte | Kinderwunsch Centrum München

Kinderwunsch-Geschichte Konstanze F.

Obwohl die Kinder vieler unserer PatientInnen bereits erwachsen sind, erhalten wir auch heute noch häufig Familienweihnachtskarten oder Fotos von Kindern, die gerade ihren Abschluss gemacht haben. Wir freuen uns immer sehr über Karten und Bilder wie diese, da sie uns vergegenwärtigen, dass wir mit unserer Arbeit Teil der Familiengeschichte unserer PatientInnen sind. Letztes Weihnachten erreichte uns eine Weihnachtskarte von Konstanze F.: Auf dem Bild sind neben ihrem Mann auch ihre mittlerweile 4 erwachsenen Kinder zu sehen. Ihre ganz persönliche Kinderwunschgeschichte erzählt sie im folgenden Beitrag.

Konstanze F.: Als es nach mehreren Versuchen, schwanger zu werden, nicht auf natürliche Weise klappte, fragten sich mein Mann und ich lange, was wir tun sollten. Ich war damals erst 27 Jahre alt und ansonsten kerngesund – eine Behandlung in einem Kinderwunschzentrum kam uns daher zunächst gar nicht in den Sinn. Auf Empfehlung unserer Frauenärztin hin begaben wir uns jedoch nach etwas Zögern in die Hände der ÄrztInnen des Kinderwunsch Centrums München und waren überrascht, wie viele junge Paare wir bereits im Wartezimmer antrafen.

Wir wurden zunächst ausführlich beraten und aufgeklärt, dass ein erfolgloser Kinderwunsch oft auch Ursachen hat, die nicht sofort erkennbar sind und dass wir hier im Kinderwunsch Centrum alle Behandlungen durchführen können – egal was letztlich die Ursache ist. Das gab uns Hoffnung.

Nach einigen Untersuchungen stellte sich heraus, dass bei meinem Mann keine Spermien im Ejakulat waren und eine Hodenbiopsie, gefolgt von einer ICSI-Behandlung notwendig wurde.

ICSI-Behandlung:
Als ICSI-Behandlung wird eine Behandlung bezeichnet, bei der zunächst die Eibläschen durch Hormone zum Wachsen angeregt werden. Anschließend werden Eizellen entnommen und in jede Eizelle ein Spermium injiziert (ICSI). Sobald ein Embryo entstanden ist, wird dieser transferiert. Damit die Einnistung erfolgreich ist, wird diese oftmals noch hormonell unterstützt. Mehr dazu finden Sie im Rahmen unseres Beitrags zur ICSI-Behandlung.

Bereits der zweite Versuch war erfolgreich. Und zwar gleich im doppelten Sinne. Als unsere Ärztin uns mitteilte, dass die Behandlung erfolgreich verlief und ich schwanger sei mit Zwillingen konnten wir unser Glück kaum fassen. Nach so vielen erfolglosen Versuchen gleich zwei Kinder, das war alles, was wir uns als Familie wünschten! Und auch wenn eine Zwillingsschwangerschaft immer mit ein paar mehr Zweifeln einhergeht, ob denn alles gut geht, so vertrauten wir ab dem Zeitpunkt, an dem wir es erfuhren, fest darauf, dass dies unser Start in die eigene Familie ist.

Unsere Zwillingsmädchen kamen im November desselben Jahres zur Welt. Kurz vor Weihnachten schickte ich dann die erste Weihnachtskarte mit einem Bild von uns als Familie an das Kinderwunsch Centrum. Einfach um alle Menschen, die dort arbeiten, nochmal wissen zu lassen, was für einen wichtigen Teil sie dazu beigetragen haben, dass wir dieses Jahr zu viert unterm Weihnachtsbaum sitzen können.

Und auch wenn wir anfangs nur zwei Kinder geplant hatten, so sind wir 2 Jahre und 4,5 Jahre nach unserer ersten Behandlung nochmal ins Kinderwunsch Centrum zurückgekehrt.
Unsere vier Kinder sind mittlerweile alle erwachsen und ausgezogen. Es ist jedoch nach wie vor eine unserer Weihnachtstraditionen, dass Ende November bzw. Anfang Dezember all unsere Kinder an einem Wochenende nach Hause kommen, damit wir unser Foto für die Weihnachtskarte machen können, welche wir an FreundInnen und Familie verschicken. Und ein Exemplar lege ich jedes Jahr fürs Kinderwunsch Centrum zur Seite. Es freut mich, dass man sich auch dort so sehr darüber freut und ich hoffe mit meiner Geschichte auch anderen Hoffnung zu geben, dass Situationen keineswegs so aussichtslos sind, wie sie manchmal erscheinen mögen.

Wir danken Konstanze F. für ihre Offenheit. Wenn Sie ebenfalls Ihre Kinderwunsch-Geschichte erzählen wollen, senden Sie uns bitte Ihren Kontakt an: kinderwunschgeschichten@ivf-muenchen.de. Wir freuen uns ihre Geschichte zu hören!

Libido Verlust: Ursachen und Behandlung | Kinderwunsch Centrum München

Libido Verlust: Ursachen und Behandlung

Die Gründe für einen unerfüllten Kinderwunsch sind vielseitig. Neben einer Vielzahl an körperlichen Ursachen spielen auch bestimmte sexuelle Dysfunktionen sowie psychische Faktoren eine große Rolle. Auch sexuelle Unlust bzw. ein vollständiger Libido-Verlust kann ein solcher Faktor sein. So führt der Wunsch nach einer eintretenden Schwangerschaft häufig zu großem Druck, der eine Libidostörung zur Folge haben kann. Wann man von einem Libido-Verlust spricht, welche Gründe diesem zugrunde liegen können und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, haben wir für Sie zusammengefasst.

Wann wird von Libido Verlust bzw. einer Libidostörung gesprochen?

Grundsätzlich ist das Bedürfnis nach Sex bei allen Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt. Auch phasenweise Schwankungen der sexuellen Lust sind vollkommen normal. Die Ausprägung der Stärke bzw. Schwäche der Libido hängt zudem von vielen Faktoren wie beispielsweise der Tagesverfassung oder dem Zeitpunkt im Monatszyklus ab. So nimmt bei Frauen die Lust in der Zeit des Eisprungs beispielsweise zu. Kann der Verlust der Libido auf situationsbezogene Faktoren, wie beispielsweise übermäßigen Stress, zurückgeführt werden, oder tritt dieser nur vereinzelt in Phasen auf, wird ebenfalls nicht von einer Libidostörung gesprochen.

Der Libido-Verlust (sexuelle Luststörung bzw. Appetenzstörung) zählt zu den sexuellen Funktionsstörungen. Er ist charakterisiert durch ein vermindertes sexuelles Verlangen, das über einen längeren Zeitraum auftritt. Typische Merkmale einer Libidostörung sind ein anhaltender oder wiederkehrender Mangel an (oder das vollständige Fehlen von) sexuellen Fantasien sowie des Verlangens nach sexueller Aktivität. Libidostörungen gehen häufig zudem mit einem hohen Leidensdruck der Betroffenen einher.
Nicht zu verwechseln ist der Libido-Verlust mit einer sexuellen Aversion (Abneigung), bei der die Vorstellung an sexuelle Kontakte mit negativ behafteten Gefühlen (beispielsweise Ekel) oder gar Angst verbunden ist.

Welche Ursachen können einem Libido-Verlust zugrunde liegen?

Die Ursachen einer Libidostörung sind vielfältig und können sowohl körperlich als auch psychosozial bedingt sein.

Mögliche körperliche Ursachen

  • Hormonelle Veränderungen: Hormonelle Störungen können beispielsweise auf eine veränderte Schilddrüsenfunktion oder andere Hormonstörungen zurückzuführen sein. Auch kann ein Testosteronmangel beim Mann Ursache für einen Libido-Verlust sein. Hormonelle Verhütungsmittel können ebenfalls zu sexueller Lustlosigkeit führen bzw. diese aufrechterhalten.
  • Erkrankungen: Auch Erkrankungen wie Diabetes, Nieren- und Herzerkrankungen oder die Einnahme bestimmter Medikamente können zu einer Libidostörung führen.
    Urogynäkologische Erkrankungen: Zudem können urogynäkologische Erkrankungen der Frau wie beispielsweise Zysten, Blasenentzündungen oder Vernarbungen zu sexueller Unlust führen.
  • Urologische Erkrankungen: Darüber hinaus können urologische Erkrankungen wie eine erektile Dysfunktion einen Libido-Verlust als Folge haben.
  • Sexuell bedingte Schmerzen: Auch sexuell bedingte Schmerzen wie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Vaginismus können eine körperliche Ursache sein.

Mögliche psychosoziale Ursachen

  • Individualpsychologische Faktoren: Individualpsychologische Faktoren gehören zu den häufigsten psychosozialen Ursachen. Dazu zählen Faktoren wie Stress, Angststörungen, Traumata oder Ängste.
  • Beziehungsfaktoren: Auch Beziehungsfaktoren wie eine Sexualstörung beim Partner bzw. der Partnerin oder anhaltende Konflikte in der Partnerschaft können Grund für einen Libido-Verlust sein, ebenso wie der Druck, der durch einen unerfüllten Kinderwunsch entsteht.
  • Depressive Erkrankungen: Auch depressive Erkrankungen sowie die Einnahme von Antidepressiva können die sexuelle Lust beeinflussen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Libido-Verlust?

Hält der Libidoverlust länger an, ist eine medizinische Ursachenabklärung ratsam. Im Rahmen dieser wird in einem ersten Schritt die Krankengeschichte erhoben (Anamnese). Häufig helfen zur Ursachenbehebung auch diverse Laboruntersuchungen wie beispielsweise die Messung des Hormonspiegels im Blut, körperliche Untersuchungen wie beispielsweise Blutdruckmessungen, eine gynäkologische bzw. urologische Untersuchung sowie bildgebende Verfahren. Liegt dem Verlust der Libido keine körperliche, sondern eine psychosoziale Ursache zugrunde, kann auch eine therapeutische Beratung sinnvoll sein.

Stehen hormonelle Veränderungen im Verdacht, die Ursache für den Libido-Verlust zu sein, ist der Rückgriff auf eine ausführliche Analyse empfehlenswert. Im Kinderwunsch Centrum München steht hierfür ein eigenes Hormonlabor zur Verfügung, um die analysierten Werte schnellstmöglich mit der/dem PatientIn besprechen zu können.

ICSI: Gründe und Ablauf | Kinderwunsch Centrum München

ICSI: Gründe und Ablauf

Die Gründung einer eigenen Familie ist für viele ein selbstverständlicher Teil ihrer Lebensplanung. Erfüllt sich der Kinderwunsch auf natürlichem Weg nicht, so bietet eine künstliche Befruchtung die Möglichkeit, die Chancen auf einen Schwangerschaftseintritt signifikant zu erhöhen. Eine Option der künstlichen Befruchtung ist die Intracytoplasmatische Spermieninjektion, kurz ICSI-Behandlung. Im Rahmen dieser Behandlung wird eine einzelne Samenzelle mit einer feinen Nadel direkt in eine Eizelle injiziert und somit die Eizelle befruchtet. Was sich hinter einer ICSI-Behandlung verbirgt, welche Gründe es für eine solche Behandlung gibt und wie eine künstliche Befruchtung mittels ICSI im Detail abläuft, haben wir für Sie zusammengetragen.

ICSI: Künstliche Befruchtung mittels Intrazytoplasmatischer Spermieninjektion

Die ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) ist die am häufigsten verwendete Methode der künstlichen Befruchtung. Im Rahmen einer ICSI-Behandlung wird ein einzelnes Spermium mittels einer feinen Pipette direkt in das Zellinnere (Zytoplasma) einer zuvor entnommenen Eizelle injiziert. Diese Methode ahmt das natürliche Eindringen des Spermiums in die Eizelle nach. Jedoch findet der gesamte Vorgang außerhalb des Körpers (extrakorporal) statt und wird unter dem Mikroskop kontrolliert.

Gründe für eine ICSI-Behandlung

Die Gründe für eine ICSI-Behandlung fallen vielfältig aus. Diese Methode der künstlichen Befruchtung wird zunächst vor allem bei Paaren eingesetzt, bei denen eine stark eingeschränkte Fertilität des Mannes vorliegt. In diesen Fällen blieb die Erfüllung des Kinderwunsches meist deshalb aus, weil das Ejakulat keine oder nur eine sehr geringe Anzahl an befruchtungsfähigen Spermien enthält. Erscheint die Anzahl, die Beweglichkeit oder die Form der Spermien für eine klassische IVF nicht ausreichend, wird stattdessen die Durchführung einer ICSI empfohlen. Sind im Ejakulat keine Samenzellen vorhanden (Azoospermie), können diese gegebenenfalls bei einem operativen Eingriff aus den Hoden oder Nebenhoden (TESE bzw. MESA) gewonnen und eingefroren werden.

Zuvor kryokonservierte Samenzellen können dann für eine ICSI-Behandlung verwendet werden – eine Befruchtung mittels IVF ist in diesen Fällen nicht möglich. Auch wenn genetische Untersuchungen an Eizellen (Polkörperdiagnostik, PKD) oder Embryonen (Präimplantationsdiagnostik, PID) durchgeführt werden, ist die Durchführung einer ICSI notwendig. Zudem kann die ICSI eine Option darstellen, wenn sich die Ursachen für die Sterilität nicht vollständig klären lässt (idiopathische Sterilität) oder wenn bei beiden PartnerInnen eine Fruchtbarkeitsstörung vorliegt.

ICSI: Ablauf der Behandlung

Der Ablauf einer ICSI-Behandlung entspricht weitgehend dem einer IVF-Behandlung.

1. Stimulation der Eierstöcke

Bevor die eigentliche künstliche Befruchtung durchgeführt wird, findet eine hormonelle Stimulation der Eierstöcke und das darauffolgende Auslösen des Eisprungs statt. Grund dafür ist, dass im natürlichen Zyklus der Frau regulär nur ein Follikel und somit nur eine Eizelle bis zum Eisprung heranreift. Die Chance, unter diesen Gegebenheiten mittels künstlicher Befruchtung eine intakte Schwangerschaft zu erzielen, liegt bei etwa 5 bis 20 % pro Zyklus. Durch die Gabe von natürlichen Hormonen wird die Reifung von mehreren Eibläschen angeregt, um eine größere Anzahl an verwendbaren reifen Eizellen für die künstliche Befruchtung zur Verfügung zu haben und damit eine höhere Chance zu erzielen.

2. Eisprung und Eizellentnahme

Sind genügend Eibläschen vorhanden, wird der Eisprung hormonell ausgelöst. Dafür wird der Patientin eine sogenannte Eisprungsspritze gespritzt und 36 Stunden später erfolgt die Punktion der Eierstöcke. Dabei werden unter Ultraschallkontrolle die Eizellen mit einer dünnen Nadel über die Scheide aus dem Eierstock entnommen.

3. Samenprobe

Am Tag der Eizellentnahme muss eine Spermaprobe abgegeben werden. Anhand einer Analyse des Aussehens, der Form sowie der Beweglichkeit der Samenzellen wählt der/die ReproduktionsmedizinerIn anschließend eine geeignete Samenzelle für die ICSI aus.

4. Spermieninjektion

Im Labor erfolgt die Injektion der Samenzelle über eine Pipette in das Zytoplasma der Eizelle. Anschließend an die Mikroinjektion wird die befruchtete Eizelle für zwei bis max. sechs Tage in den Brutschrank gegeben. Dabei läuft der natürliche Vorgang der Befruchtung ohne Beeinflussung der Erbinformation ab. Während dieser Zeit zeigt sich dann auch, ob die ICSI erfolgreich war: Entwickelt sich die befruchtete Eizelle weiter, kann der entstandene Embryo in die Gebärmutter transferiert werden. Wurden mehrere Eizellen gleichzeitig befruchtet, werden dennoch in der Regel nur ein bis zwei Embryonen durch die Scheide in die Gebärmutter übertragen, um Mehrlingsschwangerschaften zu vermeiden. Verbleibende Eizellen können mittels Kryokonservierung aufbewahrt werden und für einen eventuellen weiteren Versuch oder eine zweite Schwangerschaft verwendet werden.

5. Embryotransfer

Der Transfer des Embryos bzw. der Embryonen erfolgt mittels eines feinen Katheters, der unter Ultraschallkontrolle in die Gebärmutter vorgeschoben wird. Dann können der oder die Embryonen im idealen Einnistungsbereich der Gebärmutterhöhle abgesetzt werden, den sie auch unter physiologischen Bedingungen nach Verlassen der Eileiter erreichen würden.

Interview mit Biologin Franziska Würfel

Hinter jedem Beruf steckt eine Geschichte. Erzählen Sie uns etwas von Ihrem Lebensweg. Wie sind Sie zum Kinderwunsch Centrum München gekommen?

Ich denke, meine Geschichte ist etwas anders wie von anderen MitarbeiterInnen, denn mein Vater, Herr Prof. Würfel ist zusammen mit Herrn Dr. Krüsmann einer der Gründungsväter der Praxis. Somit bin ich sozusagen mit der Praxis groß geworden und habe schon immer die Arbeit dort bewundert. Jedoch habe ich erst nach meinem Studium (Chemie und Bioanalytik) und Arbeit in der Forschung wirklich erkannt, wie besonders dieses Arbeitsfeld ist. Während meiner Forschungszeit habe ich erste Einblicke in die Reproduktionsmedizin bekommen und so wollte ich den nächsten Schritt wagen und in die Reproduktionsbiologie gehen.

Als Biologin teilen Sie die Vision des Kinderwunsch Centrums München Frauen und Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch zu helfen. Was motiviert Sie jeden Tag aufs Neue an Ihrem Beruf?

Wir im IVF-Labor bekommen es leider nicht immer direkt mit, wenn ein/e PatientIn schwanger ist. Jedoch freut es mich schon, wenn wir den PatientInnen mitteilen dürfen, wie viele Eizellen sich befruchtet oder Blastozysten sich entwickelt haben. Oder wenn man erfährt, dass PatientInnen – nach unzähligen Versuchen – nun schwanger sind oder vielleicht auch schon erfolgreich entbunden haben.

Sie haben ein vielfältiges Tätigkeitsgebiet. Was sehen Sie als Ihre wichtigste Aufgabe an? Und was liegt Ihnen im Rahmen Ihrer Arbeit besonders am Herzen?

Die Arbeit im IVF-Labor ist sehr abwechslungsreich, von der Aufarbeitung der Spermien bis hin zur Betreuung der Embryotransfers. In erster Linie ist die korrekte und schonende Behandlung und Verarbeitung der PatientInnenproben (Spermien und Eizellen) am wichtigsten. Wir arbeiten uns gegenseitig zu, somit ist mir auch ein guter Arbeitsablauf im Labor sehr wichtig. Jedoch liegt mir auch der Austausch mit den PatientInnen z. B. bei der Eizellentnahme und dem Embryotransfer sehr am Herzen. Denn für die PatientInnen ist das erstens eine medizinische Behandlung die nicht alltäglich ist und kann zweitens (bei erfolgreicher Behandlung) der Beginn eines neuen Lebensabschnitts als Eltern sein.

Als Mitarbeiterin des Kinderwunsch Centrums München sehen Sie jeden Tag, was es bedeutet, bei Ihnen PatientIn zu sein. Können Sie uns erzählen, was aus Ihrer Sicht das besondere am Kinderwunsch Centrum München ist?

Sicherlich sind wir ein großes Zentrum, das manchmal viele Patienten am Tag betreut. Jedoch wird individuell auf den Patienten bzw. die Patientin eingegangen, individuelle Behandlungen erarbeitet und versucht, die Ursache von Unfruchtbarkeit zu behandeln. Manchmal ist nach der „Ursachenbekämpfung“ nicht mal mehr eine ICSI oder IVF nötig. Und hat es beim ersten Behandlungszyklus nicht geklappt, wird überlegt, was man besser machen könnte. Hinzukommt, dass viele unserer MitarbeiterInnen und ÄrztInnen schon Jahrzehntelang bei uns arbeiten und dementsprechend wirklich Erfahrung und Expertise im Bereich Kinderwunsch haben. Und dies würde ich, wenn ich Patientin wäre, als wichtige Kriterien für die Wahl des Kinderwunschzentrums empfinden.
Jedoch bin ich bei der Beantwortung dieser Frage etwas befangen, denn für mich persönlich ist die Zusammenarbeit mit meinem Vater, Herrn Prof. Würfel, und dessen Kollegen mit denen ich quasi aufgewachsen bin, etwas Besonderes.

Zuletzt: Es gibt vermutlich viele berührende Kinderwunschgeschichten, die Sie bereits miterleben durften. Gibt es eine ganz besondere, die Sie gerne teilen möchten?

Ja, die gibt es. Eine Patientin hatte bereits seit 10 Jahren einen Kinderwunsch und bereits etliche Versuche und Behandlungen hinter sich (bei uns und in anderen Zentren davor). Und so kam sie wieder zum Embryotansfer zu uns. Wohl einer ihrer letzten Versuche, wie sie damals meinte. Verständlich, nach dieser langen Zeit. Ich persönlich hätte wohl nicht so lange durchgehalten. Aber sie hat nicht aufgegeben und die Hoffnung und Ihren Optimismus nie verloren. Ich persönlich war vor diesem Embryotransfer etwas nervös, da es zum einen einer meiner ersten Embryotransfers, war die ich begleiten durfte und zum anderen, da vorherige ETs leider immer etwas schwierig und langwierig waren bei ihr. Leider war der ET auch an diesem Tag nicht einfach und so musste der behandelte Arzt tief in die Trickkiste greifen, um den ET möglich zu machen.
Doch die Mühen hatten sich am Ende gelohnt! Die Patientin wurde – nach zehn Jahren des Wartens – bei diesem ET schwanger. Wir begegnen vielen netten PatientInnen, die eine lange Leidensgeschichte hinter sich haben, doch diese Patientin blieb mir besonders in Erinnerung, da sie trotz aller Rückschläge positiv und optimistisch blieb – und das habe ich wirklich sehr bewundert an ihr.

Terminvergabe im Kinderwunsch Centrum München

Liebe PatientInnen,

wir freuen uns sehr über die vielen Terminanfragen, die uns täglich erreichen. Nicht zuletzt, weil diese das Vertrauen widerspiegeln, dass Sie uns und unserer Arbeit entgegenbringen.
Die Realisierung Ihres Kinderwunsches steht für uns dabei stets im Vordergrund. Daher wollen wir uns auch für jede bzw. jeden unserer PatientInnen die Zeit nehmen, ausführlich die Ursachen des unerfüllten Kinderwunsches zu erforschen und einen individuellen Behandlungsplan festzulegen.

Als eine der ersten deutschen Einrichtungen in Sachen Kinderwunschbehandlung unterstützen wir bereits seit 1985 PatientInnen mit unerfülltem Kinderwunsch und helfen häufig auch dort, wo andere bereits aufgegeben haben. Mit über 10.000 mittels IVF- und/oder ICSI-Behandlung ermöglichten Schwangerschaften zählt das Kinderwunsch Centrum München zu den erfahrensten und renommiertesten Kinderwunschzentren in Europa, das vor allem aufgrund der hohen medizinischen Kompetenz der leitenden ÄrztInnen Prof. Dr. Dr. med. habil. Wolfgang Würfel, Dr. med. Gottfried Krüsmann, Dr. med. Jan Krüsmann und Dr. med. Claudia Gaßner auch internationale Anerkennung erhält.

Ihre Wünsche und Vorstellungen haben bei uns höchste Priorität. Um Sie bestmöglichst unterstützen zu können, bieten wir daher ein breites Spektrum an Behandlungsmethoden an. Diese umfassen unter anderem:

  • Unterstützung der natürlichen Konzeption
  • Hormonelle Zyklusoptimierung
  • Insemination
  • In-vitro-Fertilisation
  • Intracytoplasmatische Spermieninjektion
  • MESA/TESE
  • Operative Maßnahmen
  • Fertiprotektion
  • Social Freezing
  • Polkörperdiagnostik, Präimplantations-Diagnostik
  • Infektiologische und immunologische Therapieansätze
  • psychologische Betreuung

Wir wissen, dass viele von Ihnen bereits lange auf die Erfüllung ihres Kinderwunsches warten und können daher die mit der Terminvergabe oder telefonischen Nachfragen einhergehende Frustration verstehen, wenn es zu längeren Wartezeiten kommt. Da wir all unseren PatientInnen jedoch unsere uneingeschränkte Aufmerksamkeit und bestmögliche Unterstützung und Behandlung zukommen lassen wollen, bitten wir Sie um Verständnis, wenn es hierdurch zu verlängerten Wartezeiten kommt.
Sie können sich sicher sein, dass wir alles tun, um Sie so schnell wie möglich persönlich auf ihrem Weg zum Wunschkind zu begleiten und freuen uns wenn Sie uns Ihr Vertrauen entgegenbringen.

Ihr Praxisteam des Kinderwunsch Centrum München

Schwangerschaft trotz PCO-Syndrom | Kinderwunsch Centrum München

Schwangerschaft trotz PCO-Syndrom

Das Polyzystische Ovarialsyndrom, kurz: PCO-Syndrom, ist eine der häufigsten Ursachen von Unfruchtbarkeit bzw. von Hormonstörungen. In Deutschland sind etwa fünf bis zehn Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter von dieser Hormonerkrankung betroffen. Hinter dem PCO-Syndrom verbirgt sich eine hormonelle Störung, die mit zahlreichen Beschwerden verbunden ist. Neben weiteren Symptomen kann ein unerfüllter Kinderwunsch als häufige Folge eintreten. Mit welchen Symptomen das PCO-Syndrom einhergeht, welche Ursachen diesem zugrunde liegen und wie dieses die Erfüllung des Kinderwunsches sowie eine laufende Schwangerschaft beeinflussen kann, haben wir hier für Sie zusammengetragen.

Symptome des PCO-Syndroms

Verlängerte Monatszyklen, ein gänzliches Ausbleiben der Menstruation, Übergewicht, Hautprobleme in Form von (starker) Akne aber auch dichter Haarwuchs im Gesicht, an der Brust und den Oberschenkeln können Symptome eines PCO-Syndroms (PCOS) sein. Treten diese Anzeichen einzeln oder in Kombination auf, entsteht für Betroffene häufig eine große Belastungssituation – vor allem für Frauen mit Kinderwunsch.

Grundsätzlich gilt, dass beim Auftreten dieser Symptome eine rasche medizinische Abklärung ratsam ist, da ein unentdecktes PCO-Syndrom langfristig mit Folgekomplikationen einhergehen kann. So haben Betroffene ein erhöhtes Risiko am metabolischen Syndrom, an Diabetes, an einer Insulinresistenz oder an Gebärmutterschleimhautkrebs (Endometriumkarzinom) zu erkranken. Außerdem werden in Zusammenhang mit dem PCOS auch häufiger Herz-Kreislaufprobleme und Altersdiabetes beobachtet.

Ursachen des PCO Syndroms

Die Ursachen für das PCO Syndrom sind bislang nicht restlos aufgeklärt. Im Vordergrund steht ein Ungleichgewicht der hypophysären Hormone FSH und LH. Eigentlich sollte das FSH in der 1. Zyklushälfte überwiegen, doch beim PCOS ist es umgekehrt, das LH überwiegt. Dieses steuert die Androgenproduktion in den Eierstöcken (TheKa-Zellen). Grundsätzlich wäre das gut, denn die Androgene (vor allem Testosteron und Androstendion) sind die Vorläufer der Östrogene. Werden es jedoch zu viele männliche Hormone, so blockieren sie die Östrogensynthese und das Wachstum der Eibläschen.

Das Hormon Insulin wirkt über Mittlersubstanzen (v. a. IGF-1) hemmend auf das Wachstum der Eibläschen. Besteht eine angeborene Insulinresistenz oder Übergewicht, kommt es zu hohen Insulinspiegeln und einer Hemmung des Zyklusgeschehens.

Daneben gibt es noch angeborene Enzymdefekte (wie z. B. den 21-Hydroxylase-Mangel), die z. B. zu einem zu hohen Anfluten von männlichen Hormonen führen.

Schwangerschaft trotz PCO Syndrom

Problematisch für die Erfüllung eines Kinderwunsches sind dabei vor allem die Zyklusstörungen (bis hin zu einer ausbleibenden Menstruation), die als Folge der gestörten Hormonspiegel auftreten. Bei der Betroffenen tritt der Eisprung nur selten auf oder bleibt vollständig aus. Zusätzliches Übergewicht, welches ein Symptom des PCOS sein kann, erschwert zusätzlich den Eintritt einer natürlichen Schwangerschaft. Häufig ist daher die Erfüllung des Kinderwunsches nur auf künstlichem Weg möglich. Erfahrungen zeigen aber, dass Patientinnen mit einem PCOS gute Chancen auf einen Schwangerschaftseintritt im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung haben. Zum Einsatz können Insulinsentizer wie z. B. Metformin, hormonelle Zyklusregulationen durch Clomifen und Gonadotropine, neuerdings durch sog. Aromatasehemmer wie Letrozol und letztlich auch Verfahren wie IVF oder ICSI.